Mercedes Benz Autohaus

Nur BMW und Kia trotzen dem Negativ-Trend Autonachfrage bricht wieder stärker ein

Stand: 17.09.2020, 08:43 Uhr

In den Autohäusern herrscht europaweit Flaute. Die Bürger haben kein Geld, sich ein neues Fahrzeug anzuschaffen. Im August sank der Absatz wieder zweistellig. Nur zwei Hersteller stemmten sich gegen den Trend.

Die Autokrise in Europa beschleunigt sich: Im August wurden in der Europäischen Union nur 769.525 Neuwagen zugelassen. Das ist ein Rückgang um 18,9 Prozent, wie der europäische Herstellerverband ACEA am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Im Juli waren die Neuzulassungen lediglich um knapp sechs Prozent geschrumpft.

Den größten Einbruch gab es in Rumänien, wo der Absatz um über 51 Prozent zurückging. In Deutschland betrug das Minus im August rund 20 Prozent. Dagegen stabilisierte sich der Absatz in Italien. Dort ging die Nachfrage nur um 0,4 Prozent zurück.

VW verkauft fast ein Viertel weniger Autos

Besonders hart getroffen wurde VW. Der Autobauer aus Wolfsburg erlitt im August ein Absatzminus von 24,3 Prozent. Auch Daimler verkaufte 20 Prozent weniger Fahrzeuge. Besonders der Smart war ein Ladenhüter (minus 84 Prozent). Dagegen lief's bei BMW wieder rund. Der Münchner Premiumhersteller schaffte ein Absatzplus von 6,8 Prozent.

Den größten Absatzeinbruch verzeichnete Mitsubishi mit minus 35,8 Prozent. Glimpflicher davon kam Toyota mit einem Rückgang von vier Prozent. Lediglich Kia erzielte Zuwächse mit einem Absatzplus von fast 19 Prozent.

Insgesamt ging der Pkw-Absatz in den ersten acht Monaten um knapp ein Drittel auf 6,1 Millionen Fahrzeuge zurück, weil die Kundschaft sich in der Krise mit größeren Neuanschaffungen zurückhielt. Von März bis Juni lag der Einbruch jeweils bei deutlich über 20 Prozent, im April ging es mit über drei Viertel am stärksten zurück. Mit minus 40,6 Prozent erlebte Spanien seit Jahresanfang unter den großen EU-Märkten den stärksten Nachfragerückgang, gefolgt von Italien mit minus 38,9 Prozent und Frankreich mit minus 32 Prozent. In Deutschland verkauften die Hersteller in den ersten acht Monaten knapp 29 Prozent weniger Fahrzeuge.

Autoaktien auf der Erholungsspur

An der Börse haben sich die Autoaktien zuletzt aber wieder spürbar erholt. Im zweiten Quartal war die Autoindustrie die Branche, die am besten abschnitt. Experten sehen wieder bessere Zeiten für zyklische Werte. Durch den Home-Office-Trend könnte wieder eine Verlagerung der Wohnnachfrage von den Städten ins grünere Hinterland stattfinden. Das würde den Bedarf nach einem eigenen Auto wieder erhöhen, heißt es.

nb