Messe Frankfurt

Kritik am Konzept Autohersteller stellen IAA in Frankfurt in Frage

Stand: 11.09.2019, 14:01 Uhr

Die Leitmesse der deutschen Autoindustrie, die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt, muss sich auf massive Veränderungen einstellen. Selbst der Standort Frankfurt steht offenbar zur Disposition.

Noch vor ihrer offiziellen Eröffnung wird die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt von wichtigen Akteuren in Frage gestellt. In Kreisen der Hersteller werde ein neues Messekonzept mit wechselnden Veranstaltungsorten wie beispielsweise Köln oder Berlin diskutiert, berichtete das "Handelsblatt" am Mittwoch.

"Es gibt keine Bestandsgarantie", wird BMW-Finanzvorstand Nicolas Peter zitiert. "Die Bedeutung von Automessen hat sich verändert. In Zukunft muss weniger das Produkt, sondern die Technologie im Mittelpunkt stehen", fordert Peter. Und: "Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen."

Eher Mobilitätskonzepte als Autos zeigen

Die Unternehmen wollten künftig eher Mobilitätskonzepte präsentieren statt neue Autos in Messehallen. Erste Konzepte sollten auf einer Sitzung an diesem Donnerstag besprochen werden. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) bestätigte als Veranstalter, dass man für die IAA verschiedene Optionen prüfe. "Über Entscheidungen sprechen wir dann, wenn das Konzept steht", sagte Verbandssprecher Eckehart Rotter.

Die IAA 2019 wird unter dem Motto "Driving tomorrow" als "internationale Plattform für die Mobilitätswende" beworben. Neben den klassischen Auto- und Technikpräsentationen gibt es bis zum 22. September auch zahlreiche Diskussions- und Kongressangebote. Die IAA steht in diesem Jahr nach zahlreichen Absagen früherer Aussteller massiv unter Druck.

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Keine Garantie für eine Fortsetzung

Ein Vertrag zur Fortsetzung der IAA in den kommenden Jahren besteht nicht, wie VDA und Messe bestätigen. Zudem haben Umweltaktivisten für das Wochenende massive Proteste angekündigt, um gegen die Klimabelastung durch die Autoindustrie zu demonstrieren.

Opel-Chef Michael Lohscheller hatte bereits konkrete Verbesserungsvorschläge. Er will während der Messe die gezeigten Autos auch verkaufen können. Auf Dauer werde es nicht reichen, Neuwagen zu zeigen und mit Journalisten zu reden. "Die IAA muss sich wie jede andere Messe weiterentwickeln. Die aktuelle Veranstaltung zeigt, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet", erklärte ein Sprecher der Frankfurter Messe.

Messe Frankfurt hält dagegen

Die von der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen getragene Gesellschaft verweist auf den gelernten Termin, enge Terminkalender an anderen Standorten und auf die eigene hohe Autokompetenz, mit der man den VDA unterstützen könne. "Wir sehen einen Standortwechsel nicht als die richtige Antwort auf inhaltliche Veränderungswünsche", heißt es verständlicherweise von der Messegesellschaft.

lg/dpa

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