Sonde zur Abgasuntersuchung für Dieselmotoren steckt im Auspuffrohr eines VW Golf 2.0
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Gipfeltreffen Autoaktien steigen nach Diesel-Einigung nur kurz

Stand: 02.08.2017, 17:48 Uhr

Ein Software-Update für Millionen deutscher Dieselfahrzeuge - so wollen die Autohersteller den Stickoxid-Ausstoß von über fünf Millionen Fahrzeugen verringern. Die Anleger lässt die Einigung kalt.

Zwar drehten die Papiere von Volkswagen, BMW und Daimler am Mittwochnachmittag kurz ins Plus, nachdem erste Ergebnisse von den "Gipfel"-Verhandlungen über die Nachrichtenticker gingen. Doch im weiteren Verlauf mussten die Aktien ihre Kursgewinne wieder abgeben und drehten sogar leicht ins Minus.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte am Mittwoch, die Industrie habe unter anderem zugesagt, auf eigene Kosten insgesamt 5,3 Millionen Fahrzeuge in den Schadstoffklassen Euro-5 und Euro-6 über Software-Updates nachzurüsten. Der Bund werde außerdem seine Mittel für Investitionen in den Öffentlichen Nahverkehr um 250 Millionen Euro erhöhen.

Der Bund und die Hersteller würden außerdem in einen Fonds zur Förderung der Mobilität in Städten einzahlen. Laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) sollen Diesel-Autos in Deutschland mit einer neuen Software weniger Schadstoffe ausstoßen. Darin enthalten seien 2,5 Millionen Fahrzeuge von Volkswagen, für die schon Abgas-Nachbesserungen angeordnet wurden. Allerdings liefen die Verhandlungen in Berlin am Nachmittag weiter - eine abgestimmte Einigung sei noch nicht erzielt, so Insider.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
58,21
Differenz relativ
+1,27%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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147,20
Differenz relativ
+2,17%
BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
80,66
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+0,81%

Nachbesserungen für Euro 5 und Euro 6-Fahrzeuge

Anja Kohl
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Dieselgipfel mit viel heißer Luft

Für die Halter soll die Nachrüstung kostenlos erfolgen. Die Software-Nachbesserungen betreffen Fahrzeuge, die die Schadstoffnorm Euro 5 und Euro 6 erfüllen. Fahrzeuge, die lediglich die Euro 4-Norm erfüllen, sind dagegen nicht per Software-Update nachrüstbar.

Laut den Herstellern sollen die Schadstoffemissionen durch die Nachrüstungen um 25 bis 30 Prozent gesenkt werden, und das, ohne die Motorleistung und die Lebensdauer der Fahrzeuge einzuschränken. Über die Kosten der Aktion wurde zunächst nichts bekannt. Pro Fahrzeug werden nach früheren Schätzungen zwischen 1.500 und 2.000 für die Nachrüstung veranschlagt.

Aktien auf der Verliererstraße

Autoaktien hatten in den vergangenen Monaten wegen erwiesener oder vermeintlicher Schadstoff-Manipulationen an Dieselfahrzeugen stark gelitten. Zuletzt waren die Titel auch von Meldungen belastet worden, wonach sich die Hersteller unerlaubt bei Preisen abgesprochen hätten - und womöglich auch Know-how bei Schummel-Software ausgetauscht haben.

AB/lg