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Dax-Unternehmen immer mehr in fremder Hand Ausländer kassieren die meisten Dax-Dividenden

Stand: 26.06.2019, 17:16 Uhr

Während viele deutsche Sparer über die Nullzinsen jammern, streichen ausländische Investoren Milliarden-Dividenden der Dax-Konzerne ein. Denn immer mehr Dax-Aktien befinden sich in ausländischer Hand.

Laut einer Studie der Wirtschaftsberatung EY haben die Dax-Konzerne für das abgelaufene Geschäftsjahr 19,8 Milliarden Euro an ausländische Investoren überwiesen. Das sind fast fünf Prozent mehr als im Vorjahr. An die deutschen Anteilseigner flossen dagegen gerade einmal 12,5 Milliarden Euro.

Nur noch ein Drittel in deutscher Hand

Kein Wunder, denn wie EY ermittelt hat, halten deutsche Investoren inzwischen nur noch 33,2 Prozent der Anteile an den Dax-Konzernen. Vor einem Jahr waren es noch über 34 Prozent.

Ø-Anteil in- und ausländischer Investorengruppen an den Dax-Unternehmen

Ø-Anteil in- und ausländischer Investorengruppen an den Dax-Unternehmen. | Bildquelle: EY, Grafik: boerse.ARD.de

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Dagegen haben die ausländischen Anleger ihr Engagement bei deutschen Aktien aufgestockt. Ihr Anteil erhöhte sich binnen eines Jahres von 54,5 auf rund 55 Prozent. Rund 26 Prozent entfallen auf Investoren aus Europa, 22 Prozent auf US-Anleger.

Das sei ein Vertrauensbeweis in die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen, erklärte EY-Geschäftsführer Mathieu Meyer. Selbst bei den im Umbruch befindlichen Autobauern und Zulieferern hätten Ausländer ihr Engagement erhöht.

Adidas am ausländischsten

Fünf Dax-Unternehmen sind sogar schon zu mehr als 70 Prozent in ausländischer Hand. International am stärksten gefragt ist der Sportartikelkonzern Adidas. 83 Prozent der Anteile gehören Anlegern außerhalb Deutschlands. Bei der Deutschen Börse halten Aktionäre aus dem Ausland 80 Prozent. Die hohen Anteile bei Linde (77 Prozent) und Bayer (70 Prozent) erklären sich aus den Fusionen mit US-Unternehmen.

Anteil ausländischer Investoren am Aktienbestand der Dax-Unternehmen I

Anteil ausländischer Investoren am Aktienbestand der Dax-Unternehmen I. | Bildquelle: EY, Grafik: boerse.ARD.de

Am geringsten ist der Anteil ausländischer Aktionäre beim Konsumgüterkonzern Henkel (26 Prozent) und bei der Lufthansa (30 Prozent). Vor allem bei Dax-Unternehmen mit deutschen Großaktionären wie Henkel, Beiersdorf und BMW halten sich die Ausländer zurück.

Anteil ausländischer Investoren am Aktienbestand der Dax-Unternehmen II

Anteil ausländischer Investoren am Aktienbestand der Dax-Unternehmen II. | Bildquelle: EY, Grafik: boerse.ARD.de

Die Amerikaner kommen!

Zu ähnlichen Ergebnissen kam jüngst auch eine Studie des DIRK (Deutscher Investor Relations Verband) und IHS Markit (vormals Ipreo). Demnach stieg alleine der Anteil der nordamerikanischen Investoren in den letzten zwei Jahren um zwei Prozentpunkte auf nunmehr 34,6 Prozent. Zusammen mit den britischen und irischen Anlegern halten die angelsächsischen Investoren mit 54,1 Prozent die Mehrheit an den Dax-Unternehmen. In der Studie wird der Anteil der deutschen Investoren auf nur noch 15,3 Prozent beziffert.

Auch aktivistische Investoren befinden sich in Lauerstellung. Sie könnten in naher Zukunft ihre Anteile an Dax-Konzernen weiter aufstocken und sie dazu drängen, Abspaltungen voranzutreiben. Das geschah zuletzt bei Thyssenkrupp.

nb