Flüssiges Kupfer

Jahreszahlen wie erwartet Aurubis: Auch die Dividende reicht nicht

Stand: 11.12.2018, 08:33 Uhr

Anleger beim MDax-Unternehmen haben eine harte Zeit hinter sich - die Aktie hat seit Monaten Schlagseite. Wie bereits erwartet, hat Aurubis wegen einiger Schwierigkeiten im Jahresverlauf kein allzu prickelndes Geschäftsjahr abgeschlossen.

Nach einer Gewinnwarnung im November waren die Ergebnisgrößen des Kupferherstellers bereits zum Teil bekannt. Aurubis steigerte im Geschäftsjahr 2017/18 sein operatives Ergebnis vor Steuern um zehn Prozent auf 329 Millionen Euro, blieb damit aber hinter der durchschnittlichen Analystenschätzung und auch den eigenen ursprünglichen Unternehmenszielen zurück. Netto verdiente das Unternehmen 265 Millionen Euro, nach 236 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Wartungen belasten die Ausbeute

Das vierte Quartal litt dabei unter ungeplanten Wartungen, durch die die Werke in Hamburg und Lünen eine Zeitlang still standen. Den Umsatz steigerte Aurubis 2017/18 im Vergleich zum Vorjahr damit noch um sechs Prozent auf 11,7 Milliarden Euro. Höhere Raffinerielöhne für Altkupfer, gestiegene Schwefelsäurepreise und bessere Kupferpreise sorgten für die Pluszahlen.

Belastend im Herbst wirkte sich auch der bislang nicht zustande gekommene Verkauf seiner Sparte für Flachwalzprodukte an den Ulmer Rivalen Wieland-Werke. Die EU fordert mehr Zugeständnisse für die Genehmigung der Übernahme als Wieland zu machen bereit sei, teilte Aurubis im Oktober mit. Daher sei eine Freigabe für den Verkauf nach aktuellem Stand "wahrscheinlich nicht zu erreichen".

Die beiden Konzerne hatten sich im Frühjahr auf den Verkauf der Sparte mit rund 1.900 Mitarbeitern, einem jährlichen Ausstoß von 230.000 Tonnen Kupfer und Kupferlegierungen und einem Umsatz von 1,3 Milliarden Euro geeinigt. Die EU hatte umgehend Bedenken angemeldet und eine vertiefte Prüfung eingeleitet. Der Aurubis-Vorstand hält an der Vereinbarung fest, befasst sich aber bereits mit "strategischen Alternativen".

Dividende höher, aber nicht hoch genug

Ein Bonbon in der nicht ganz einfachen Gemengelage hat das Management für die Anleger am Dienstag aber parat: Aurubis will seine Dividende anheben: Je Aktie sollen 1,55 Euro und damit sieben Prozent mehr als vor einem Jahr ausgeschüttet werden. Freilich gilt auch hier: Experten sich im Durchschnitt einen Tick mehr Dividende erhofft.

Die Aurubis-Aktie ist im Jahresverlauf kontinuierlich abgebröckelt. Nach Erreichen eines Jahreshochs bei rund 85 Euro im Januar, ging es bis derzeit nur noch 43 Euro bergab. Damit gehört die Aurubis-Aktie zu den schwächsten im MDax. Auch am Dienstag wird der Titel auf diesem Niveau eröffnen.

AB