Aurubis-Mitarbeiter kontrolliert das aus dem Anodenofen laufende flüssige Kupfer

Rekordhoch in Sichtweite Aurubis im Aufwind

Stand: 28.12.2017, 11:00 Uhr

Für den Kupferkonzern Aurubis ist der steigende Kupferpreis eine gute Nachricht, die Aktie hat ein ziemlich starkes Jahr hinter sich und nähert sich dem Allzeithoch. Vorstandschef Jürgen Schachler will einem Medienbericht zufolge den Konzern jetzt breiter aufstellen und durch Übernahmen verstärken.

Seit Januar hat sich das Aurubis-Papier um mehr als 40 Prozent verteuert. Im gleichen Zeitraum kletterte der Vergleichsindex MDax lediglich um rund 18 Prozent. Erst jüngst erreichten die Titel des Kupferverarbeiters den höchsten Stand seit drei Monaten. Aktuell notieren sie bei knapp 77 Euro, zeitweise erreichten Aurubis heute 77,79 Euro. Die Bestmarke ist also mit 79,29 Euro nicht mehr fern.

Der Kupferpreis zieht an

Ein Grund ist neben den guten Zahlen die Preisentwicklung am Rohstoffmarkt. Der Kupferpreis bewegt sich auf dem höchsten Niveau seit 2014. Im Verlauf dieses Jahres beträgt das Plus mittlerweile etwa 30 Prozent. Zuletzt hatten Produktionskürzungen in China für einen weiteren Schub gesorgt.

Wegen der starken Luftverschmutzung wurden dort Teile der Produktion eingestellt. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, soll unter anderem Chinas größter Kupferproduzent Jiangxi Copper angewiesen worden sein, die Fertigung zu stoppen. In Chinas Ballungszentren kommt es in den Wintermonaten immer wieder zu starken Luftverschmutzungen.

Analyst James Gurry von Credit Suisse prognostizierte jüngst in einer Studie zu Aurubis, dass der Kupferpreis 2018 nochmals um knapp 7 Prozent steigen dürfte im Vergleich zu 2017. Noch stärker als die Preise für das Industriemetall sei aber der Anstieg der weltweit verarbeiteten Volumina ein Wachstumsmotor.

„Potenzial für Zukäufe“

Jedenfalls hat das Management größeren Spielraum. Der seit Juli 2016 amtierende Aurubis-Chef Jürgen Schachler will den Konzern breiter aufstellen und durch Übernahmen verstärken. "Vor allem in den Vereinigten Staaten und Südamerika sehe ich Potential für Zukäufe", sagte Schachler der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ, Donnerstag).

Rollen mit Kupfer

Rollen mit Kupfer. | Bildquelle: Imago

Auch Gemeinschaftsunternehmen mit Wettbewerbern würden geprüft, etwa in Asien, wo Aurubis gerade mit der Unternehmensgruppe LS Corp an einer Machbarkeitsstudie zum Bau eines Werks für batteriefähige Nickelsulfate arbeitet. "Wir sondieren auch auf anderen Feldern die Möglichkeit, mit Partnern zusammenzuarbeiten und Joint Ventures zu gründen", sagte Schachler weiter. Für Zukäufe könnte Aurubis früheren Angaben zufolge rund 1,8 Milliarden Euro ausgeben

Ein neuer Multimetallkonzern soll entstehen

Die Marschrichtung für die breitere Aufstellung hatte Schachler Mitte Dezember bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2016/17 erneuert. Er will die ehemals als Norddeutsche Affinerie bekannte Kupferhütte effizienter machen und in Teilen neu ausrichten. "Wir wollen nicht warten, bis der Markt uns zu Veränderungen zwingt, sondern frühzeitig die Weichen stellen", sagt er im Gespräch mit der FAZ.  

Ziel sei es, Aurubis von einem Kupferkonzern zu einem Multi-Metall-Konzern zu entwickeln. "Ich erwarte, dass Aurubis den Anteil an Nichtkupfermetallen am Verkaufsvolumen bis zum Geschäftsjahr 2022/23 verdoppeln kann." Die Metalle,  etwa für schnellere Computerchips, stärkere Batterien oder besonders leitfähige Kabel bringen höhere Margen als das Stammgeschäft mit Kupfer.

dpa/ts