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Auf diese deutschen Firmen hat es Singer abgesehen Dax-Konzerne und Mittelständler

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Scout 24
Erst vergangene Woche verkündete Paul Singers Hedgefonds seinen Einstieg bei Scout24. Elliott hält 7,5 Prozent an dem Kleinanzeigenportal. Die Amerikaner werfen dem Management verpasste Chancen, schlechtes Urteilsvermögen und eine mangelhafte Kommunikation vor.

Elliott fordert einen stärkeren Rückkauf eigener Aktien und den Verkauf des Gebrauchtwagenportals Autoscout24. Immobilienscout24 allein sei bei gutem Management mehr wert als die gesamte heutige Gruppe.

Auf diese deutschen Firmen hat es Singer abgesehen Dax-Konzerne und Mittelständler

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Erst vergangene Woche verkündete Paul Singers Hedgefonds seinen Einstieg bei Scout24. Elliott hält 7,5 Prozent an dem Kleinanzeigenportal. Die Amerikaner werfen dem Management verpasste Chancen, schlechtes Urteilsvermögen und eine mangelhafte Kommunikation vor.

Elliott fordert einen stärkeren Rückkauf eigener Aktien und den Verkauf des Gebrauchtwagenportals Autoscout24. Immobilienscout24 allein sei bei gutem Management mehr wert als die gesamte heutige Gruppe.

Zentrale der Bayer AG in Leverkusen

Bayer
Erst wenige Monate zuvor war Elliott beim Dax-Konzern Bayer eingestiegen. Im Juni machte Elliott seine Beteiligung von rund zwei Prozent öffentlich. Das verhalf der Bayer-Aktie zu einem Kurssprung von fast neun Prozent. Der Börsenwert des Unternehmens wuchs auf einen Schlag um 4,8 Milliarden Euro.

Anleger hoffen offenbar darauf, dass Bayer mit Elliott im Nacken sein größtes Problem – über 13.000 Klagen gegen das Monsanto-Pestizid Glyphosat – durch einen zügigen Vergleich aus der Welt schafft. Auch eine weitere Zerschlagung des Konzerns ist eine Option.

SAP-Chef Bill McDermott

SAP
Im April 2019 stieg Elliott beim deutschen Technologie-Vorzeigekonzern SAP ein. Der aktivistische Investor hält rund ein Prozent am derzeit wertvollsten börsennotierten deutschen Unternehmen. Dass das Unternehmen am selben Tag, an dem Elliott sein Engagement öffentlich machte, auch seine Gewinnziele anhob, dürfte kein Zufall gewesen sein: Laut Insidern sollen Singers Vertraute in den vorangegangenen Wochen gehörig Druck auf SAP-Chef Bill McDermott ausgeübt haben.

Diese Einmischungsversuche kamen jedoch nicht überall gut an: Innerhalb weniger Wochen verließen zwei Vorstandsmitglieder SAP, hochrangige Tech-Experten kehrten dem Unternehmen den Rücken. Im November will McDermott weitere Rendite-Maßnahmen präsentieren und sich dabei auch zu möglichen Aktienrückkäufen äußern.

Thyssenkrupp-Aufzugtestturm in Rottweil

Thyssenkrupp
Bereits 2018 erfolgte der Einstieg beim Dax-Konzern Thyssenkrupp. Mittlerweile hält Elliott knapp drei Prozent an dem kriselnden Industriekonzern. Direkt nach seinem Einstieg erklärte Elliott, Thyssenkrupp habe erheblichen Spielraum für Verbesserungen, und machte Druck in Richtung eines Strategiewechsels.

Noch im gleichen Jahr warfen Konzernchef Heinrich Hiesinger und Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Lehner entnervt das Handtuch. Aktuell wird über eine Ausgliederung der Aufzugssparte diskutiert. Für Elliott hat sich das Engagement bislang nicht gelohnt: Binnen eines Jahres hat sich der Thyssenkrupp-Kurs nahezu halbiert.

Uniper-Mitarbeiter

Uniper
Besser lief es für Singer bei Uniper. Hier stieg er bereits 2017 ein – mitten im Kampf des Energiekonzerns gegen eine Übernahme durch den finnischen Versorger Fortum. Seither hat Singer seinen Anteil kontinuierlich ausgebaut auf zuletzt 17,8 Prozent. Das Ziel: Singers Hedgefonds Elliott will bei einem möglichen Verkauf an den Großaktionär Fortum eine hohe Abfindung einstreichen. Die Uniper-Aktie hat in den vergangenen zwei Jahren mehr als 40 Prozent hinzugewinnen können.

Wirbelschichttrockner von GEA Pharma Systems in einer Produktion für feste Arzneimittel

Gea
Ebenfalls 2017 stieg Elliott beim Anlagenbauer Gea ein, hier hält er über vier Prozent. Der auf die Nahrungsmittelindustrie spezialisierte Maschinenbauer hat seit Jahren mit stagnierenden Umsätzen und sinkender Profitabilität inklusive zahlreichen Gewinnwarnungen zu kämpfen.

Die Amerikaner machten bei Gea "besorgniserregende Coporate-Governance-Probleme" aus. Dazu zählten sie die "mangelnde Unabhängigkeit wesentlicher Mitglieder des Aufsichtsrats", einschließlich des Aufsichtsratsvorsitzenden, aufgrund übermäßig langer Amtszeiten sowie eine mangelnde Verknüpfung der Managementvergütung mit der Performance des Unternehmens. Elliott fordert daher die Neubesetzung des Aufsichtsrats sowie ein Aktienrückkaufprogramm.

SLM Solutions-Unternehmenszentrale in Lübeck

SLM Solutions
2016 stieg Elliott bei dem 3D-Druckspezialisten SLM Solutions ein. In der Folge baute er seine Position kontinuierlich aus, zuletzt im März 2019. Dadurch stieg die Elliott-Beteiligung zunächst auf 29,8 Prozent. Die Amerikaner wollten allerdings einen Teil an den verschwiegenen Hedgefonds ENA Investment Capital weiterreichen.

Erste personelle Erfolge konnte Elliott bereits verzeichnen. Anfang Mai kam mit Meddah Hadjar, einem langjährigen General-Electric-Manager, ein neuer Vorstandschef. Überdies wurden drei Aufsichtsratsposten mit Singer-Vertrauten neu besetzt. Dass Elliott bei SLM Solutions so stark durchregiert, hat einen guten Grund: Das Geschäft des 3D-Druckerherstellers schwächelt bereits seit Jahren. Zuletzt hatte sich die Finanzlage rapide verschlechtert.

Hand mit blauem Handschuh und weißen Medikamentenkapseln

Stada
Das Stelldichein Paul Singers bei Stada, dem hessischen Arzneimittelhersteller (Grippostad), ist mittlerweile Geschichte. Elliott hatte sich hier 2017 in die laufende Übernahme durch die beiden Beteiligungsgesellschaften Bain und Cinven eingekauft und ein höheres Angebot verlangt. Mit Erfolg.

Nach monatelangem Poker zahlten Bain und Cinven im Oktober 2018 den Hedgefonds aus. Der Preis lag um ein Viertel höher als der Preis, zu dem sich die beiden Finanzinvestoren 2017 65 Prozent der Anteile gesichert hatten.