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Squeeze-out findet statt Audi verschwindet von den Kurszetteln

Stand: 30.10.2020, 11:57 Uhr

Volkswagen kann einem aktuellen Gerichtsurteil zufolge wie geplant die Minderheitsaktionäre bei Audi herausdrängen und seine Tochter von der Börse nehmen. Zum Abschied gibt es aber nochmal respektable Quartalszahlen.

Im dritten Quartal hat der VW-Tochterkonzern Audi wieder gute Geschäfte gemacht. Umsatz und Gewinn lagen über den Werten aus dem Vorjahreszeitraum, wozu aber auch Nachholeffekte aus dem ersten Halbjahr und der Verkauf von Anteilen am Kartendienst Here beitrugen. Für den Rest des Jahres sind die Ingolstädter "vorsichtig optimistisch".

Von Juli bis September lagen der Gewinn mit 1,1 Milliarden Euro und der Umsatz mit 12,8 Milliarden Euro klar über dem Vorjahreszeitraum. Im laufenden Jahr klafft zu den Vergleichszahlen aus 2019 aber nach wie vor ein Loch von gut 8 Milliarden Euro beim Umsatz und knapp 1,7 Milliarden Euro beim Gewinn.

Audi A3 e-Tron S

Audi A3 e-Tron S. | Bildquelle: Unternehmen

Auftragsbücher gut gefüllt

Bei den Geschäftszahlen profitiert Audi auch von Einsparungen. Man habe die Fixkosten um 11 Prozent gesenkt, sagte Audi-Finanzchef Arno Antlitz. Dazu trägt auch der bereits vergangenes Jahr angekündigte Personalabbau bei. Zum Quartalsende ist die Belegschaft laut Audi bereits auf rund 87.000 gesunken - im Jahresdurchschnitt 2019 hatte sie noch bei knapp 90.800 gelegen.

"Wir haben ein gutes drittes Quartal erreicht, dennoch spüren wir nach neun Monaten noch deutlich die Folgen der Corona-Pandemie", sagte Antlitz. Die Zuversicht für das vierte Quartal begründet Audi unter anderem mit starken Bestelleingängen. Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann sagte, die Auftragsbücher seien gut gefüllt. Doch Antlitz betonte auch: "Corona ist nicht vorbei, und die Auswirkungen der zweiten Welle sind kaum verlässlich abschätzbar."

Markus Duesmann

Markus Duesmann, der neue Audi-Chef. | Bildquelle: Imago

Der Squeeze-out kommt

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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In der Telefonkonferenz anlässlich der Quartalsergebnisse gab es auch wichtige Nachrichten über die Zukunft von Audi zu hören:  Das Oberlandesgericht München habe dem Antrag zur Freigabe des Squeeze-out stattgegeben, sagte Antlitz. Damit könne der von der Hauptversammlung Ende Juli gefasste Übertragungsbeschluss ins Handelsregister eingetragen werden. "Die Klagen können den Fortgang des Prozesses nicht behindern", sagte Antlitz.

Volkswagen will den Kleinaktionären der Ingolstädter Oberklasse-Tochter den erzwungenen Abschied mit einer Barabfindung von 1.551,53 Euro je Audi-Aktie versüßen. Dem Wolfsburger Konzern gehören bereits 99,64 Prozent an Audi. Die übrigen Anteile liegen vor allem bei Investoren, die auf eine lukrative Abfindung gesetzt haben. Gegen den Hauptversammlungsbeschluss hatten nach Angaben von Audi ursprünglich zwei Kleinaktionäre geklagt.

ts