Testperson bekommt potentiellen Coronaimpfstoff von Moderna

Impfstoffkandidat mit fast 95 Prozent Wirksamkeit Auch Moderna macht Hoffnung

Stand: 16.11.2020, 13:38 Uhr

Im Wettlauf um einen wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus hat nun auch das US-Unternehmen Moderna vielversprechende Daten vorgelegt. Die Aktienmärkte machen einen Freudensprung.

Der von Moderna entwickelte Impfstoff-Kandidat gegen das Coronavirus hat nach Angaben des Unternehmens eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent. Dies hätten Tests an 30.000 Menschen in der sogenannten Phase III der klinischen Prüfung ergeben, teilte das Unternehmen heute mit.

Die Hälfte davon hat den Impfstoff erhalten, die andere Hälfte fungiert als Kontrollgruppe und bekommt ein Placebo-Mittel. Insgesamt erkrankten bislang 95 Studienteilnehmer an der Krankheit Covid-19. Davon entfielen nur 5 Fälle auf die tatsächlich geimpften Probanden, 90 Fälle wurden in der Kontrollgruppe diagnostiziert. Daraus errechnet sich eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent.

Der Impfstoff ist vergleichsweise lange bei normaler Kühlschranktemperatur lagerbar. Bei Temperaturen von 2 bis 8 Grad bleibt das Mittel etwa 30 Tage lang stabil bleibe, heißt es in der Moderna-Mitteilung. Bei minus 20 Grad Celsius könne das Präparat bis zu sechs Monate gelagert werden. Der von Pfizer und Biontach angekündigte Impfstoff muss gefroren bei rund minus 70 Grad bis zum Ort des Impfens transportiert werden.

Baldige Zulassung beantragt

Zudem wurde bekannt, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema ein sogenanntes Rolling-Review-Verfahren zu dem Moderna-Impfstoff beginnt, das eine vergleichsweise rasche Zulassung zum Ziel hat. Die EU-Kommission verhandelt derzeit nach eigenen Angaben mit dem US-Konzern über die Lieferung von bis zu 160 Millionen Impfdosen. Ein Vertrag ist aber noch nicht geschlossen.

Börsen machen Freudensprung

Vor einer Woche hatte bereits der Mainzer Hersteller Biontech zusammen mit dem US-Konzern Pfizer bekanntgegeben, dass ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 bieten soll.

Für den vollen Impfschutz sind zwei Dosen in zeitlichem Abstand notwendig. Moderna will in den kommenden Wochen eine Notfallzulassung bei der US-Arzneimittelagentur FDA beantragen. Auch Anträge bei Zulassungsbehörden anderer Länder seien geplant.

Wie bereits am vergangenen Montag sorgte auch diesmal die Aussicht auf einen baldigen Impfstoff für Aufwind an den Börsen. Der Dax baute seine Gewinne am Mittag aus und stieg um bis zu 1,5 Prozent auf 13.277 Punkte, sein bisheriges Tageshoch. Der EuroStoxx50 legte in der Spitze sogar fast zwei Prozent zu.

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Gold und Techwerte verlieren

Die von den Pandemie-Beschränkungen besonders hart getroffenen Reise- und Touristikfirmen gewannen gut drei Prozent. Finanzwerte legten dank Spekulationen auf eine rasche Erholung der Weltwirtschaft von den Corona-Folgen sogar 4,5 Prozent zu.

"Sichere Häfen" verloren dagegen an Attraktivität. So drehte Gold ins Minus und verbilligte sich um rund ein Prozent auf 1868 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, büßte zeitweise 46 Ticks auf 174,48 Punkte ein. Auch die als Krisengewinner geltenden Firmen wie der Essensauslieferer Hellofresh oder der Videokonferenzanbieter Teamviewer gerieten unter Druck.

lg