James Bond springt im Film

Aktien starten unter dem Ausgabekurs Aston Martin kommt an der Börse ins Schleudern

Stand: 04.10.2018, 10:53 Uhr

Selbst James Bond konnte da nichts mehr retten: Die Kultmarke Aston Martin, mit der Geheimagent 007 im Film wilde Verfolgungsjagden fährt, hat an der Börse einen Fehlstart hingelegt. Händler sprechen schon vom "Skyfall".

Bei seinem Börsendebüt in London stieß der britische Sportwagenbauer auf geringes Interesse. Am ersten Handelstag rutschten die Aktien deutlich unter den Ausgabekurs von 1.900 Pence. Zeitweise fielen die Titel auf 1.700 Pence. Sie schlossen bei 1.810 Pence fast fünf Prozent tiefer.

Schwache Nachfrage

Aston Martin Vantage
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Aston Martin IPO: Wenig Nachfrage

Bereits in der Preisfindungsphase hatte Aston Martin wenig Begeisterung ausgelöst. Die James-Bond-Automarke musste deshalb den Ausgabepreis im mittleren Bereich der Angebotsspanne festlegen. Ursprünglich hatte Aston Martin eine Preisspanne von 1.750 bis 2.250 Pence angepeilt. Statt der erhofften fünf Milliarden Pfund wird der Sportwagenbauer nun mit rund 4,3 Milliarden Pfund bewertet.

Ferrari: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Laut Marktbeobachter Neil Wilson von Markets.com ist Aston Martin bei der Emission fair bewertet worden - im Vergleich mit dem Wettbewerber Ferrari. Vor drei Jahren stürmte der italienische Sportwagenbauer zu 46 Dollar an die Börse und wurde mit fast zehn Milliarden Euro bewertet. Inzwischen bringt es Ferrari auf eine mehr als doppelt so hohe Marktkapitalisierung von 22,76 Milliarden Euro.

Trotz des verpatzten Börsenstarts sprach Vorstandschef Andrew Palmer von einem Erfolg: "Wir sind hocherfreut über die positive Reaktion, die wir von den Investoren erhalten haben", sagte der Brite. Bei dem Börsengang kamen 27,5 Prozent der Aktien an den Markt. Haupteigentümer von Aston Martin sind die italienische Beteiligungsgesellschaft Investindustrial, sowie zwei Investorengruppen aus Kuwait.

Zu ehrgeizige Wachstumsziele?

Nach sechs Verlustjahren hatte Aston Martin 2017 den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Nun will die britische Kultmarke richtig Gas geben. Jedes Jahr soll ein neues Modell auf den Markt kommen. 2019 sollen bis zu 7.300 Fahrzeuge gebaut werden. Mittelfristig soll sich die Zahl verdoppeln. Die ehrgeizigen Expansionspläne von Aston Martin betrachten Experten mit Skepsis.

Markets.com-Analyst Wilson sieht noch Luft nach oben für die Aktien. Allerdings dürfte es Aston Martin wohl nicht in den britischen Leitindex FTSE 100 schaffen, glaubt er.

nb

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