Aston Martin Vantage

Nach hartem Umbau Aston Martin: Börsengang wird konkreter

Stand: 29.08.2018, 09:01 Uhr

Nach der Restrukturierung der vergangenen Monate und einer Rückkehr in die schwarzen Zahlen soll die britische Automobil-Ikone Aston Martin nun an die Börse gebracht werden. Dabei geht es um Milliarden.

Nach Angaben der britischen Börsenaufsicht sollen mindestens 25 Prozent von Aston Martin an die Londoner Börse (LSE) gebracht werden. Genauere Angaben wurden nicht gemacht. Der Börsenprospekt soll erst am oder um den 20. September veröffentlicht werden. Bis dahin will das Unternehmen eine endgültige Entscheidung treffen, ob die Börsenpläne weiterverfolgt werden oder nicht. Neben Goldman Sachs und JPMorgan agiert offenbar die Deutsche Bank als Konsortialführer.

Agenturen berichten unter Berufung auf "informierte Personen", dass Aston Martin Aktien im Volumen von einer Milliarde Pfund an die Börse bringen wolle. Das IPO könnte die Dienstwagen-Schmiede von James Bond mit vier bis fünf Milliarden Pfund bewerten. Derzeit halten die italienische Beteiligungsgesellschaft Investindustrial und eine Gruppe kuwaitischer Investoren zusammen 95 Prozent an Aston Martin. Die Daimler AG, die mit knapp fünf Prozent an dem Unternehmen beteiligt ist, werde auch nach dem Börsengang dabei bleiben, so Aston Martin.

Zurück in die schwarzen Zahlen

Der Sportwagenhersteller aus dem englischen Städtchen Gaydon hatte schon vor einiger Zeit bekannt gegeben, mit einem Börsengang zu liebäugeln. Dem 1913 gegründeten Unternehmen geht es wieder gut - nach einem rasanten Auf und Ab in den vergangenen Jahrzehnten. Mehrfach stand der Autobauer vor dem finanziellen Aus.

2014 wurde der frühere Nissan-Manager Andy Palmer an die Spitze des Unternehmens berufen. Er krempelte die traditionsreiche Sportwagenmarke erfolgreich um. Im vergangenen Geschäftsjahr hat es das Unternehmen zurück in die schwarzen Zahlen geschafft.

James Bond springt im Film

Aston Martin. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Keine Angaben zur Preisspanne

Palmer verkündete einen Rekordumsatz von 880 Millionen Pfund und einen ersten Vorsteuergewinn von 87 Millionen – nach einem Minus von 163 Millionen ein Jahr zuvor. 5.117 der Sportwagen wurden verkauft, nach 3.229 im Jahr 2016. Vor allem der neue DB11 sowie Sondermodelle liefen gut, vermeldete das Unternehmen stolz.

In den ersten sechs Monaten steigerte Aston Martin den Umsatz um acht Prozent auf 444,9 Millionen Pfund. Das bereinigte Ebitda stieg den weiteren Angaben vom Mittwoch zufolge um 14 Prozent auf 105,9 Millionen Pfund. "Das ist eine gute Basis für unseren Börsengang und ein Meilenstein in unserer Geschichte", sagte Palmer. Angaben zur Preisspanne oder Bewertung machte der Manager nicht.

Mit dem Börsengang eifern die Briten offenbar Ferrari nach. Der italienische Rivale ist seit 2015 an der New Yorker Börse notiert. Das Geld aus einem Börsengang dürfte Aston Martin zum Abbau der Schulden sowie für den Bau neuer Modelle in einer zweiten Fabrik gebrauchen.

lg