Aston Martin Vantage

Aktie auf Rekordtief Aston Martin schlittert in die Verlustzone

Stand: 31.07.2019, 14:47 Uhr

Im Kino ist die Welt noch in Ordnung: Auch im nächsten 007-Film wird James Bond mit einem Aston Martin durch die Gegend rasen. In der realen Welt aber läuft's für die britische Kult-Automarke schlecht - auch wegen des Brexit. Die Aktie rutscht ab.

Vor knapp einem Jahr ging Aston Martin an die Börse. Doch der Gang aufs Parkett geriet zur Schlitterpartie. Seit dem IPO ist der Aktienkurs um über 70 Prozent eingebrochen. Am Mittwoch stürzte er an der Frankfurter Börse um weitere 14 Prozent ab und fiel auf ein Rekordtief von 5,20 Euro. An der Londoner Börse notierten die Papiere bei 440,50 Pence und waren so billig wie nie.

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Aston Martin IPO: Wenig Nachfrage

Der britische Luxusauto-Hersteller bekommt zunehmend die weltweite Konjunkturflaute zu spüren. Besonders in Europa, im Nahen Osten und in Afrika lief es schlecht. Der Umsatz sank im ersten Halbjahr um vier Prozent auf 407 Millionen Pfund.

Verlust wegen Preissenkungen

Um seine Supersportwagen absetzen zu können, musste Aston Martin die Preise senken. Hinzu kamen höhere Ausgaben, die die Briten schultern mussten. Das drückte den 106 Jahre alten Autobauer in die roten Zahlen. Vor Steuern fiel ein Verlust von 86 Millionen Euro an. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch einen Gewinn von fast 23 Millionen Euro gegeben.

Vor einer Woche hatte Aston Martin bereits die Absatz- und Gewinnziele für das Gesamtjahr eingedampft. Der britische Luxusauto-Hersteller rechnet nun nur noch mit dem Verkauf von 6.300 bis 6.500 Fahrzeugen - statt 7.100 bis 7.300. Die Ebitda-Marge wird nur noch etwa 20 Prozent erreichen. Angepeilt war ursprünglich ein Niveau von 23 Prozent.

Brexit bremst die Investitionen

Neben den unternehmenseigenen Problemen sorgte auch die Unsicherheit wegen der nach wie vor ungeklärten Folgen des geplanten Austritts Großbritanniens aus der EU für die Kursverluste. "Wir wollen keinen ungeregelten Brexit, weil das zu Verzögerungen und Verwerfungen an der Grenze führt", sagte Firmenchef Andy Palmer. Aus Furcht vor einem No-Deal-Brexit investierten die Autofirmen in der ersten Jahreshälfte bereits 70 Prozent weniger als vor Jahresfrist, meldete der Branchenverband SMMT.

Ferrari geht's viel besser

Während Aston Martin immer tiefer in die Krise gerät, spürt Konkurrent Ferrari kräftig Rückenwind. Der italienische Sportwagenbauer steigerte im ersten Quartal das operative Ergebnis um 14 Prozent auf 311 Millionen Euro und übertraf die Analysten-Erwartungen. Der Umsatz zog um 13 Prozent an. Die Aktien von Ferrari befinden sich im Höhenflug. Seit dem Zweitlisting der Papiere an der Mailänder Börse Anfang 2016 ging es mit dem Kurs um rund 250 Prozent nach oben.

nb

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