Stahlabstich bei Arecelor Mittal

Die Gewinne fließen wieder ArcelorMittal ist zurück

Stand: 31.01.2018, 09:42 Uhr

Die Stahlbranche erholt sich weiter. Das kann der weltgrößte Stahlproduzent ArcelorMittal voll unterstreichen. Seine Gewinne fließen so stark wie seit Jahren nicht mehr. Davon bekommen auch die Aktionäre reichlich ab.

So gut sah es für ArcelorMittal seit sechs Jahren nicht mehr aus. Im vergangenen Jahr verbuchte der Stahlkoloss dank der guten Nachfrage und steigender Stahlpreise einen kräftigen Gewinnsprung. Das operative Ergebnis (Ebitda) kletterte um ein Drittel auf 8,4 Milliarden Dollar oder umgerechnet 6,8 Milliarden Euro. Das ist das höchste Ergebnis seit 2011. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 4,6 Milliarden Dollar, mehr als das Doppelte der 1,8 Milliarden Dollar im Vorjahr. Der Umsatz legte um zirka ein Fünftel auf knapp 69 Milliarden Dollar zu.

China hilft

Ein scharfer Kontrast zu der Lage vor zwei Jahren, als ArcelorMittal Milliardenverluste verbuchte. China hatte den Weltmarkt mit Stahl quasi überschwemmt und die Preise kaputt gemacht. Zudem brach im Zuge der Weltwirtschaftskrise die Nachfrage ein. Der Verfall der Rohstoffpreise zwang ArcelorMittal zu massiven Abschreibungen auf die Eisenerz- und Kohlebergwerke sowie seine Stahllagerbestände, was zu einem Rekord-Verlust von 7,9 Milliarden Dollar führte.

Doch allmählich gesundet die Branche wieder. China hat seinen Beitrag dazu geleistet, das Überangebot auf den internationalen Märkten zu dämpfen. Werke wurden geschlossen. Insgesamt hat die Branche - aus Not - ihre Prozesse stärker automatisiert, um die Kosten zu drücken. Und nicht zuletzt: Europäische Stahlkonzerne können aufatmen, da die EU umfangreiche Schutzzölle gegen chinesische Dumping-Stahl erlassen. Das hat die finanzielle Situation der Konzerne deutlich verbessert.

»Die Kombination aus verbesserter Marktlage und das Verfolgen unserer strategischen Ziele hat zu einem erfolgreichen Jahr für das Unternehmen beigetragen.«

ArcelorMittal-Chef Lakshmi Mittal

Arcelor-Aktie ist "der beste Weg"

Der Konzern bleibt auch für 2018 optimistisch. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit einem Plus bei der weltweiten Stahlnachfrage zwischen 1,5 und 2,5 Prozent.

Auch Goldman Sachs bescheinigt der europäischen Branche weiterhin positive Aussichten im Jahr 2018. Für Investoren sei die Aktie ArcelorMittal der beste Weg, um davon zu profitieren, schrieb Analyst Kevin Hellegard in einer Studie vor wenigen Tagen. Er verwies auf die regionalen Schwerpunkte des Stahlkonzerns und diverse spezifische Kurstreiber. Außerdem sei die Aktie nicht teuer, weshalb die US-Investmentbank das Papier auf der "Conviction Buy List" beließ. Das Kursziel wurde von 29,50 auf 37 Euro angehoben.

Schulden haben Priorität

Dank der guten Geschäftslage und der inzwischen schon deutlich reduzierten Schulden fühlt sich ArcelorMittal zudem in der Lage, die Aktionäre endlich wieder am Gewinn zu beteiligen. Daher soll es für 2017 nach zwei Jahren Pause eine Dividende geben.

Da der Konzern die Schulden von derzeit rund zehn Milliarden Dollar aber noch weiter drücken will und zudem Geld für Investitionen zum Beispiel in ein Werk in Mexiko braucht, fällt die Dividende mit 10 Cent geringer aus als einige Experten erwartet hatten. Das ist auch weniger als ArcelorMittal vor der Dividenden-Pause gezahlt hatte.

Sobald das Ziel eines Schuldenstands von weniger als sechs Milliarden Dollar erreicht ist, sollen die Investoren wieder kräftiger aus den Kapitalzuflüssen aus dem operativen Geschäft profitieren. An der Börse kommt derartige Weitsicht im ersten Moment nicht gut an. Die Arcelor-Aktie verliert drei Prozent. Mit seinen Geschäftszahlen überzeuge der Stahlkonzern aber, der Gewinn schlug die Analystenschätzungen.

bs