Öltanks von Saudi Aramco

Gute Nachrichten Aramco-IPO: Kommt Abu Dhabi mit ins Boot?

Stand: 27.11.2019, 09:51 Uhr

In den Börsengang des weltgrößten Ölkonzerns Saudi Aramco kommt mehr Schwung. Offenbar gibt es Interesse aus der Nachbarschaft.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat Saudi Aramco bei seinem geplanten Börsengang mit dem Staatsfonds des Emirats Abu Dhabi einen Ankerinvestor gefunden. Zwei mit der Transaktion vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, dass Abu Dhabi Investment Authority (ADIA) eine Investition von mindestens einer Milliarde Dollar erwäge. Zwei andere sprachen von einem Betrag zwischen 1,5 und zwei Milliarden Dollar. Eine endgültige Entscheidung über die Höhe des Investments stehe noch aus und müsse vom ADIA-Verwaltungsrat genehmigt werden, sagte einer der Insider. ADIA und Aramco wollten dazu nicht Stellung nehmen.

Großer Investor gesucht

Der staatliche Ölriese Aramco tat sich bislang schwer, einen Ankerinvestor für seinen bevorstehenden Börsengang zu gewinnen, der möglicherweise der größte der Welt sein könnte. Der Konzern hat sich laut dem Bericht auch an die Staatsfonds Kuwait Investment Authority (KIA) und an Singapurs GIC gewandt.

In der vergangenen Woche hatte die Konsortialbank Samba Financial Group mitgeteilt, dass Aramco bereits umgerechnet knapp 20 Milliarden Dollar sicher hat. Etwa ein Fünftel davon kommen von rund 1,8 Millionen Kleinanlegern. Die Zeichnungsfrist für Kleinaktionäre endet am 28. November, institutionelle Investoren können sich noch bis zum 4. Dezember entscheiden.

Aramco will zwar nur 1,5 Prozent des Staatskonzerns an die Börse bringen. Bei einem geschätzten Marktwert des Unternehmens von 1,6 bis 1,7 Billionen Dollar wäre dies dennoch ein rekordverdächtiger Börsengang. Nach einigen Fehlstarts hatte der Verkaufsprozess am 3. November begonnen. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman will die Einnahmen in Branchen außerhalb der Ölindustrie investieren und den Golfstaat so unabhängiger von dem Rohstoff machen.

Preishoheit ist Vergangenheit

Der Börsengang von Aramco fällt in einen Zeit, in der die Macht von Saudi-Arabien und des Öl-Kartells Opec auf dem Ölmarkt dramatisch gesunken ist. So rechnen die Marktforscher der Internationalen Energieagentur (IEA) damit, dass die USA bis zum Jahr 2025 mehr Öl und Erdgas als Russland produzieren. Damit würden die USA die neue Nummer eins auf dem Weltmarkt sein - vor Russland und Saudi-Arabien.

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Denn die USA haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie ihre Energieproduktion dank der Fortschritte bei der Fördertechnik immer weiter steigern können. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht.

ME/rtr