IPO Saudi Aramco

Gewinneinbruch Aramco: Klagen auf Höchstniveau

Stand: 15.03.2020, 13:02 Uhr

Durch den bereits im vorigen Jahr gesunkenen Rohölpreis ist der Gewinn des staatlichen saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco kräftig geschrumpft. Aber auch was übrig bleibt, ist gigantisch.

Der Energieriese Aramco meldet einen Jahresüberschuss von 88,2 Milliarden US-Dollar (79,1 Milliarden Euro) für 2019 - ein Rückgang um knapp 23 Milliarden US-Dollar oder 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Grund seien unter anderem fallende Ölpreise und Produktionsmengen, teilte der Konzern mit.

2019 sei ein "außergewöhnliches Jahr" gewesen, sagte Aramco-Präsident und -Vorsitzender Amin Nassir. Zudem stelle die Ausbreitung des Coronavirus das Unternehmen vor neue Herausforderungen. "Der jüngste Covid-19-Ausbruch und dessen schnelle Verbreitung verdeutlichen, wie wichtig Agilität und Anpassungsfähigkeit in einer sich laufend verändernden Welt sind."

Saudi Aramco

Saudi Aramco. | Bildquelle: Unternehmen

Rekordbörsengang

Der Staatskonzern war Ende vergangenen Jahres an die Börse gegangen - es war der größte Börsengang aller Zeiten. Der Ölgigant legte einen glänzenden Start hin, bereits kurz nach Handelsbeginn an der Tadawul-Wertpapierbörse in Riad stieg der Kurs der Aktie um zehn Prozent - das ist der höchste Wert, der an einem einzelnen Handelstag erlaubt ist.

Aramco gehört zu 98 Prozent dem saudi-arabischen Staat. Ein geringer Teil der Aktien war im Dezember an die Börse gebracht worden. Dabei wurde der Rekorderlös von 29,4 Milliarden Dollar erzielt. Der Konzern wurde damals mit insgesamt 1,7 Billionen Dollar bewertet. Aber angesichts der sinkenden Ölpreise haben die Aramco-Aktien deutlich an Wert verloren.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
35,59
Differenz relativ
-1,82%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
37,43
Differenz relativ
-0,61%

Ölpreis weiter eingebrochen

Saudi-Arabien hatte sich im Ölkartell Opec und mit verbündeten Ländern wie Russland zuletzt vergeblich um eine weitere Beschränkung der Rohölproduktion bemüht. Ab April können die Staaten damit wieder so viel Rohöl fördern, wie sie wollen. Daraufhin waren die Ölpreise in historischem Ausmaß eingebrochen.

Wegen des Preiskriegs am Ölmarkt will Aramco seine geplanten Ausgaben für das laufende Jahr kürzen. Auch die Investitionen für 2021 würden überprüft, hieß es.

ts