Apple iPhone X
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Die Börse ist entzückt Die Apple-Aktie ist so teuer wie nie

Stand: 03.11.2017, 09:06 Uhr

Nach den neuesten Quartalszahlen und dem sehr guten Ausblick auf das Weihnachtsquartal klettert die Apple-Aktie unbeirrt weiter. Der Konzern aus Cupertino rechnet nun mit einem Umsatz von fast einer Milliarde Dollar - pro Tag.

Im nun laufenden ersten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 erwartet Apple Erlöse von 84 und 87 Milliarden Dollar. Damit würde der Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraums von 78,4 Milliarden Dollar deutlich übertroffen.

In erheblichem Maße wird dazu das neue iPhone X beitragen, das heute in die Läden kommt. Finanzvorstand Luca Maestri erklärte, die Nachfrage nach dem Gerät sei sehr groß. Apple sei zudem recht zufrieden damit, wie sich die Herstellung beim iPhone X entwickle, ergänzte er. "Wo sich die Nachfrage- und Angebotskurve treffen, wissen wir nicht. Es gibt kein Vorgängerprodukt."

Apple-Aktie nicht zu bremsen

Vergleichbare Börsenbewertungen für einen einzelnen Unternehmens gab es bisher auch nicht. Im nachbörslichen Handel zogen Apple-Aktien um 3,2 Prozent auf 174,30 Dollar an und erreichten damit auf ein Rekordhoch. Nach Reuters-Berechnungen entspricht das einer Marktkapitalisierung von 868 Milliarden Dollar. Noch vor einem Jahr, kurz nach der mit Ernüchterung aufgenommenen Präsentation des iPhone 7, lag die Apple-Aktie nur bei gut 110 Dollar.

Zum Vergleich: Smartphone-Marktführer Samsung Electronics ist an der Börse rund 350 Milliarden Dollar wert, der Google-Mutterkonzern Alphabet kommt auf knapp 720 Milliarden Dollar.

In den USA kostet das iPhone X mindestens 999 Dollar exklusive Steuern, in Deutschland in "günstigsten Fall" 1.149 Euro. Der Preis scheine Kunden kaum abzuschrecken, sagte Gartner-Analyst Brian Blau.

In China bildeten sich zum Start des neuen Hoffnungsträgers lange Schlagen. "Es ist typisch für Chinesen", sagte eine Verkäuferin im Laden im populären Einkaufszentrum Taikooli in Pekings Stadtviertel Sanlitun. "Sie müssen das iPhone am ersten Tag haben."

iPhone 8 ebenfalls gefragt

Doch auch die übrigen Produkte liefen zuletzt gut. Laut Konzernchef Tim Cook habe die Nachfrage nach denen ebenfalls neu vorgestellten iPhone-8-Modellen die Erwartungen ebenfalls übertroffen. Insgesamt setzte Apple im vergangenen Quartal knapp 46,7 Millionen seiner Smartphones ab. Das war ein Plus von 2,5 Prozent. Der Umsatzanteil der iPhone-Sparte sank im Vergleich zum Vorjahresquartal von 60 auf 55 Prozent.

Service-Geschäft läuft gut

Das Service-Geschäft, in das zum Beispiel Erlöse mit dem Streaming-Service Apple Music, dem Online-Speicher iCloud sowie App-Downloads einfließen, wuchs mit 34 Prozent auf 8,5 Milliarden Dollar besonders dynamisch und erreichte damit einen Umsatzanteil von immerhin 16 Prozent. Im Vorjahr hatte der Anteil nur bei 13 Prozent gelegen. Die Umsätze in diesem Bereich gelten als vergleichsweise stabil und damit gut planbar. Sie sind damit für den Konzern besonders attraktiv.

Insgesamt legte der Quartalsumsatz um zwölf Prozent auf 52,6 Milliarden Dollar. Unter dem Strich verdiente Apple 10,7 Milliarden Dollar, rund 19 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

ME

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 Steve Wozniak (links) und Steve Jobs 1976

1976: Die Gründung
Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gründeten Apple im April 1976 gemeinsam. Jobs als treibender Verkäufer, Wozniak als Tüftel-Genie und Wayne als Schlichter für die ungleichen Freunde. Allerdings stieg Wayne bereits einige Tage später wieder aus dem Unternehmen aus.
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