Aktie erholt sich rasant Apple wieder "big in China"?

Stand: 15.04.2020, 10:22 Uhr

Die starke Abhängigkeit von China wurde Apple in der Corona-Krise zum Verhängnis. Doch nun steigen die Hoffnungen auf eine rasche Belebung der iPhone-Nachfrage in dem Reich der Mitte.

JPMorgan-Analyst Samik Chatterjee verwies in einer Studie vom Donnerstag auf März-Daten der China Academy of Information and Communications Technology (CAICT), wonach sich die iPhone-Absatzmengen in China stark erholt haben. Dies sei ein positives Zeichen. Nun müsse sich zeigen, ob die Erholung im April anhalte.  

An der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq kamen die China-News erwartungsgemäß gut an. Die Apple-Aktie war am Dienstag mit einem Plus von 5,1 Prozent auf 287,05 Dollar der drittstärkste Titel im US-Leitindex Dow Jones Industrial Average. Zugleich verzeichnete sie damit den höchsten Schlusskurs seit mehr als einem Monat.  

Auferstanden aus Ruinen

Die Apple-Aktie war in der Corona-Krise von ihrem Rekordhoch Anfang Januar bei 327,85 Dollar bis auf 212,61 Dollar Mitte März eingebrochen - ein Minus von 35 Prozent in der Spitze. 

Seither hat sie sich aber bereits wieder um mehr als ein Drittel erholen können. Der JPMorgan-Experte traut der Apple-Aktie nun noch weitere Aufwärtspotenzial zu: Sein Kursziel von 335 Dollar liegt rund 17 Prozent oberhalb des gestrigen Schlusskurses - und käme einem neuen Rekordhoch gleich.  

China, immer wieder China

Dabei ist für Apple kein Land so wichtig wie China: Das Reich der Mitte ist nicht nur eines der umsatzstärksten Länder für den iPhone-Konzern. Auch bei der Produktion setzt Apple-Chef Tim Cook voll auf China. Das wurde Apple in der Krise zum Verhängnis.  

Die Schließung der Apple-Läden in China hatte maßgeblich zur verfehlten Umsatzprognose für das laufende Jahr beigetragen. Die Ausbreitung des Virus hatte zudem zu Lieferengpässen geführt, da sich die Produktion bei Apples chinesischen Zulieferern verlangsamte.  

Für die starke Abhängigkeit von China ist Apple-Chef Tim Cook höchstpersönlich verantwortlich. Er begann in seiner damaligen Funktion als Produktchef bereits Anfang des Jahrtausends die Produktion von Apple-Geräten nach China zu verlagern. Die günstige Produktion war eine wichtige Grundlage von Apples wirtschaftlichem Erfolg.  

Mega-Fabriken als Standort-Vorteil

Bisherige Versuche von Apple, sich von seiner China-Abhängigkeit zu emanzipieren, sind bislang gescheitert. Laut dem "Wall Street Journal" sind die Megafabriken in China, in denen bis zu 250.000 Menschen gleichzeitig arbeiten können, der größte Vorteil des Standortes.  

Apples bevorzugter Fertiger, das taiwanesische Unternehmen Foxconn, gab sich noch im März gegenüber der Zeitung extrem selbstbewusst: Eine vergleichbare Menge an hochqualifizierten und geringqualifizierten Arbeitskräften zu finden, sei andernorts unmöglich. 

ag

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