Tim Cook stellt die Apple Watch 3 vor

Nur 25 Dollar Apple Watch für alle?

Stand: 21.09.2018, 12:02 Uhr

Fitness-Tracker sind in einer Gesellschaft, in der es immer mehr um Selbstoptimierung geht, in aller Munde. In Zukunft könnte sich der Besitz und die Benutzung für die Kunden auch noch in barer Münze auszahlen. Das sind auch gute Nachrichten für die Hersteller dieser Produkte.

156 Jahre alt ist der amerikanische Versicherer John Hancock. Benannt wurde er nach dem gleichnamigen amerikanischen Patrioten und Mitunterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Inzwischen ist der Versicherung eine Tochter der kanadischen Versicherungsgesellschaft Manulife Financial (Manufacturers Life Insurance Company).

Nun plant John Hancock, sich unabhängiger vom schlechten Lebensstil seiner Lebensversicherungskunden zu machen. Denn laut dem Konzern sorgen körperliche Inaktivität, ungesunde Ernährung, übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen für mehr als 60 Prozent der Todesfälle und 80 Prozent der Krankheitskosten.

Nur gesunde Kunden sind gute Kunden

“Wir sind grundsätzlich der Meinung, dass Lebensversicherer sich darum kümmern sollten, wie lange und gut ihre Kunden leben”, sagt denn auch Unternehmenschefin Marianne Harrison.

Um eine gesunde Lebensweise seiner Kunden zu fördern, bietet John Hancock nun seinen bisherigen Kunden freiwillig und für alle neuen Kunden sogar verpflichtend die Teilnahme am so genannten “Vitality Go”-Programm an.

Als Belohnung winken Rabatte bei Einzelhandelsgeschäften. Für zwei US-Dollar im Monat können die Kunden auch in das “Vitality Plus”-Programm einsteigen. Dann erhalten sie bis zu 15 Prozent niedrigere Versicherungsprämien und für nur 25 Dollar eine Apple Watch. Direkt bei Apple kostet die gerade erst vorgestellte vierte Generation mindestens 399 Dollar. Alternativ ist auch ein kostenloses Fitness-Armband von Fitbit verfügbar. Daneben winken Hotel-Rabatte und eine kostenlose einjährige Mitgliedschaft bei Amazon Prime.

Die so unterstützten Kunden müssen die Geräte allerdings auch ausgiebig im Rahmen sportlicher Aktivitäten nutzen. Sonst drohen Nachzahlungen für die günstig erworbenen Fitness-Gadgets.

Die größte Belohnung sollte allerdings die Aussicht auf ein längeres Leben sein. Laut John Hancock leben Teilnehmer des Vitality-Programms 13 bis 21 Jahre länger und erzeugen 30 Prozent niedrigere Krankenhauskosten als der Rest der Bevölkerung.

Neuer Impuls für Fitbit?

Aber auch Apple und Fitbit dürfen sich freuen. Speziell Fitbit kann gute Nachrichten gebraucht. Seit dem Börsengang im Ende 2015 kannte die Fitbit-Aktie quasi nur eine Richtung - nach unten. Beim Umsatz zeigt sich eine ähnliche Entwicklung. Der lag im vierten Quartal 2015 bei 711 Millionen Dollar und im vergangenen zweiten Quartal 2018 bei gerade einmal 299 Millionen Dollar.

Apple Watch läuft gut

Bei Apple verläuft das Geschäft mit der Apple Watch vermutlich deutlich positiver. Zwar weist der weltweit teuerste börsennotierte Unternehmen seinen Umsatz für die Apple Watch nicht explizit aus. Doch als Teil der Sparte “sonstige Produkte” dürfte auch sie ihren Teil zum Erfolg dieses Bereich beitragen. Im vergangenen dritten Geschäftsquartal wuchs der Umsatz hier um 37 Prozent auf 3,74 Milliarden Dollar und damit so schnell wie kein anderes Segment von Apple.

Künftig könnte sich das Wachstum hier sogar noch beschleunigen. Denn Apple visiert den Gesundheitsmarkt immer mehr an. So kann die vierte Generation der Apple Watch beispielsweise einen unregelmäßigen Herzschlag feststellen und einen automatischen Notfall-Anruf absetzen, wenn der Benutzer stürzt. Sie verfügt über einen Sensor, der Elektrokardiogramme (EKG) aufzeichnen kann.

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