Apple iPhone X

Was kommt nach dem iPhone? Apple: Warum die Zukunft nicht vom iPhone abhängt

Stand: 03.11.2017, 07:44 Uhr

Nach den neuen Quartalszahlen bringt Apple heute das neue iPhoneX in die Läden. Dabei warten viele Anleger eigentlich auf "the next big thing".

Noch ist das allerdings das iPhone das wichtigste Produkt des Unternehmens. Es macht mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus und trägt somit entscheidend zum Erfolg von Apple bei. Daran dürfte sich auch so schnell nichts ändern - zumindest nicht im laufenden ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 2017/18. Bei Apple läuift das von Anfang Oktober bis Ende Dezember - also das erste volle Quartal nach dem Verkaufsstart des iPhoneX.

Dabei ist diesmal mit Verzögerungen bei der Lieferung zu rechnen. Laut den eigenen Angaben auf der Apple-Webseite müssen Kunden fünf bis sechs Wochen auf ihr Gerät warten. Wer am Freitag in einen Apple-Store gehe und hoffe, mit einem iPhoneX wieder heraus zu kommen, sollte schon früh da sein, warnte eine Unternehmenssprecherin. Denn die Nachfrage gehe "durch die Decke".

Warten auf das nächste große Ding

Tatsächlich bildeten sich vor einigen Apple-Stores, etwa in Berlin, schon jetzt wieder Schlangen von campierenden und auf Einlass wartenden Kunden, wie das in der Vergangenheit der Fall war. An den Aktienmärkten hatte die Vorstellung des neuen Jubiläumstelefons im September allerdings für Ernüchterung gesorgt. Die Apple-Aktie rutschte auf 150 Dollar ab, nachdem sie noch wenige Tage zuvor auf 164 Dollar geklettert war.

Denn das von Firmenchef Tim Cook als das nächste große Ding angekündigte iPhoneX ist eben doch nur die neueste Fassung eines bereits bestehenden Produkts. Das von vielen Anlegern sehnsüchtig erwartete "nächste große Ding".

Starke Verkaufszahlen in China

Seitdem haben Berichte über das wachsende Interesse am iPhoneX sowie starke Verkaufszahlen des iPhone 8 in China den Apple-Kurs wieder befeuert und zuletzt auf ein Rekordhoch von 169 Dollar steigen lassen. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma Canalys legten die iPhone-Verkäufe in China im dritten Quartal im Jahresvergleich um 40 Prozent auf elf Millionen Geräte zu.

Neben dem Start des iPhone 8 im September könnten auch Preissenkungen bei vorherigen Modellen zu dem deutlichen Plus beigetragen haben, erklärte ein Canalys-Analyst. Für das 1.000 Dollar teure iPhone X gebe es zwar Interesse in China, aber der hohe Preis und die erwarteten Lieferengpässe dürften die Verkaufszahlen in den nächsten Wochen überschaubar halten.

Apple AirPower

Apple AirPower. | Bildquelle: picture alliance/AP Images

Dabei ist es eigentlich untypisch, dass der Konzern so sehr von der Neuauflage eines bestehenden Produkts abhängt - neue Produkte, die schnell zum Verkaufsschlager werden, haben Apple groß gemacht. Unter dem Apple-Übervater Steve Jobs hatte der Konzern mit einer Erfolgsserie aus iPod, iPhone und iPad ganze Branchen umgepflügt und unter anderem den Smartphone-Boom in Gang gebracht.

Die Apple Watch wird nicht reichen

Apple Watch 3

Apple Watch 3. | Bildquelle: Apple

Die einzige neue Produktkategorie, die unter Firmenchef Tim Cook in die Läden kam, ist bisher die Apple Watch. Glaubt man den Aussagen von Cook, ist sie nicht mehr nur die meist verkaufte Computer-Uhr, sondern auch Nummer 1 aller Uhren. Apple hätte damit Rolex vom Thron gestoßen und Fossil, Omega und Cartier auf die Ränge verwiesen. Genaue Verkaufszahlen liefert der Konzern aber nicht.

Laut Schätzungen der Analysten von IDC wurden im Sommer-Quartal insgesamt sieben Millionen smarte Uhren verkauft - und fast die Hälfte der weltweiten Umsätze habe Apple eingestrichen. Doch die Abhängigkeit vom iPhone wird die Uhr sicher nicht wesentlich reduzieren.

Die Experten sind sich einig, dass Apple schon bald ein wirklich innovatives, neues Produkt auf den Markt bringen muss, wenn seine Aktie weiterhin mit der von Amazon, Google oder Facebook Schritt halten will. Die x-te Fassung eines iPhones, sei sie auch noch so anspruchsvoll, wird dafür nicht ausreichen. Wie lange Apple sich noch Zeit lassen kann, bevor es zu signifikanten Rückschlägen kommt, weiß niemand.

lg/me

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Apples Geschichte - alles Jobs oder was? Steve Jobs' Genie-Streiche

 Steve Wozniak (links) und Steve Jobs 1976

1976: Die Gründung
Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gründeten Apple im April 1976 gemeinsam. Jobs als treibender Verkäufer, Wozniak als Tüftel-Genie und Wayne als Schlichter für die ungleichen Freunde. Allerdings stieg Wayne bereits einige Tage später wieder aus dem Unternehmen aus.
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