Apple iPhone 8 plus
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Gewinn um ein Viertel gesteigert Apple vertreibt iPhone-Sorgen

Stand: 02.05.2018, 08:06 Uhr

Die Befürchtungen vor einem erneuten Absacken der iPhone-Verkäufe sind nicht eingetreten. Apple hat im abgelaufenen Quartal drei Prozent mehr iPhones verkauft als vor einem Jahr und den Gewinn unerwartet deutlich gesteigert. Die Anleger sind erleichtert.

Nachbörslich zog die Apple-Aktie um gut vier Prozent an. In den letzten Wochen hatte sie etwas geschwächelt. Seit Mitte März hatte der Hightech-Titel rund sechs Prozent nachgegeben.

Mit seinen Quartalszahlen übertraf der nach Marktkapitalisierung wertvollste Konzern der Welt die Prognosen. Der Überschuss kletterte um ein Viertel auf rund 13,8 Milliarden Dollar. Der Umsatz wuchs um 16 Prozent auf 61,1 Milliarden Dollar.

Drei Prozent mehr iPhones verkauft

Erneut war das iPhone der entscheidende Wachstumstreiber. Der Hightech-Konzern setzte 52,2 Millionen iPhones ab - drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für Apple wird es schwieriger, hohe Zuwächse zu erzielen, da weltweit immer mehr Menschen ein Smartphone besitzen.

Zuletzt hatten einige Marktbeobachter schlechtere Zahlen befürchtet, nachdem einige Zulieferer schwache Prognosen abgegeben hatten. Es wurde auch immer wieder spekuliert, das über 1000 Euro teure iPhone X verkaufe sich nach einem ersten Schub im Weihnachtsgeschäft schwach. Jetzt betonte Tim Cook, das iPhone X sei das am besten verkaufte Apple-Telefon in jeder Woche des Quartals gewesen. Und im schwierigen chinesischen Markt sei es insgesamt die Nummer eins unter verschiedenen Smartphone-Modellen gewesen.

Der durchschnittliche iPhone-Verkaufspreis erreichte 728 Dollar. Er lag damit zwar unter dem Rekord von 796 Dollar aus dem Weihnachtsquartal - aber vor einem Jahr lag der Durchschnittspreis noch bei 655 Dollar. Apple heimst damit den Großteil der Gewinne im gesamten Smartphone-Geschäft ein. Das iPhone macht mehr als zwei Drittel des Umsatzes aus.

Geldsegen für Aktionäre

B5-Moderator Rigobert Kaiser
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B5 Börse 08.43 Uhr: Dialog profitieren von Apple

Um die Aktionäre bei Laune zu halten und überschüssiges Kapital nach der US-Steuerreform abzubauen, weitet die wertvollste Technologiefirma der Welt ihr Aktienrückkaufprogramm aus. Apple schüttet über einen Aktienrückkauf weitere 100 Milliarden Dollar an die Aktionäre aus. "Wir geben das Geld wie versprochen den Investoren zurück", sagte Finanzchef Luca Maestri. Von August 2012 bis März 2018 ließ Apple insgesamt 275 Milliarden Dollar an seine Aktionäre zurückfließen. Einige Analysten hatten verstärkt gefordert, mehr in die Entwicklung neuer Produkte zu investieren, um sich breiter aufzustellen.

Im vergangenen Quartal beschleunigte der Konzern sein Tempo und kaufte Papiere im Wert von 23,5 Milliarden Dollar zurück. Dieser Schritt wird als Zeichen gewertet, dass Apple einen Großteil seines im Ausland lagernden Vermögens in die USA zurückholen will.

Kräftige Zuwächse mit der iCloud

Firmenchef Tim Cook sagte, Apple habe das beste erste Quartal hinter sich. Vor allem auf die Dienstleistungen rund um den App- und iTunes-Store sowie den Musik-Streaming-Dienst Apple Music und das Cloud-Angebot setzt der Konzern große Hoffnungen. Die Umsätze in dieser Sparte wuchsen um fast ein Drittel auf 9,1 Milliarden Dollar und lagen deutlich über den Erwartungen.

Auch der Ausblick kam gut an. Fürs laufende Quartal rechnet der Konzern mit Erlösen zwischen 51,5 Milliarden und 53,5 Milliarden Dollar. Ob die Firma aus dem Silicon Valley ihre eigenen Erwartungen übertreffen kann, dürfte auch von der Entwicklung des Handelsstreits zwischen den USA und China abhängen. Die Volksrepublik wird für Apple als Markt immer wichtiger. Erst in der vergangenen Woche war Cook mit US-Präsident Donald Trump zusammengekommen, um über das Thema zu sprechen. Finanzchef Maestri sagte: "Wir glauben, dass Zölle letztlich Steuern für den Verbraucher sind."

nb

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Die Top Fünf im Smartphone-Markt Platzhirsche und Herausforderer

Samsung Galaxy S9+

Samsung
Noch sind die Südkoreaner mit großem Abstand Marktführer. Im vergangenen Jahr lag der Marktanteil durchschnittlich bei knapp 22 Prozent. Im zweiten Quartal 2018 setzte Samsung 71,5 Millionen seiner Geräte ab. Mit den Flaggschiffen der Galaxy S9-Serie könnte der alte Abstand wiederhergestellt werden. Samsung verdient außerdem als Display-Lieferant für die iPhones kräftig mit an Apples Erfolg.