Apple-Chef Tim Cook

Trennung perfekt Apple kickt Intel raus

Stand: 23.06.2020, 06:54 Uhr

Schlechte Nachrichten für Intel von der WWDC: Nach fast 15 Jahren wendet sich Apple vom Chiphersteller ab und setzt künftig auf eigene Chips in seinen Mac-Computern. Damit verliert Intel einen äußerst prestigeträchtigen Kunden.

"Das ist der Beginn einer neuen Ära", kündigte Firmenchef Tim Cook zu Beginn der Entwicklerkonferenz WWDC an. Bereits in diesem Jahr soll der erste Mac mit dem Apple Silicon getauften Prozessor auf den Markt kommen. Die Übergangszeit veranschlagt Cook mit zwei Jahren. Bei den beiden Umsatzgaranten iPhone und iPad verwendet der Silicon-Valley-Konzern bereits selbst entworfene Chips.

Verschmerzbar für Intel?

Der Konzern werde damit bessere Produkte bauen können, versprach Chefentwickler Johny Srouji. Große Software-Anbieter wie Microsoft oder Adobe arbeiteten bereits an dafür angepassten Varianten ihrer Programme, betonte Software-Chef Craig Federighi. Macs mit Intel-Chips sollen aber weiterhin unterstützt werden. Es seien auch neue Geräte mit Prozessoren des Halbleiter-Konzerns geplant.

Die Macs haben einen Anteil von gerade einmal zehn Prozent am PC-Markt. Damit ist der Verlust des Geschäfts für Intel finanziell zu verschmerzen. Es könnte aber ein Schlag für das Renommee des Chip-Giganten werden, der bisher das PC-Geschäft fest im Griff hatte. Für die Macs ist das der dritte Wechsel der Chip-Plattform nach dem Übergang von Motorola zu IBMs PowerPC Anfang der 1990er Jahre und zu Intel im Jahr 2005.

Die Aktie von Apple erreichte an der Wall Street gestern ein Rekordhoch. Die Intel-Investoren nahmen die Nachricht gelassen auf.    

Bald kommt der iPhone-basierte Autoschlüssel

Traditionell geht es auf der Entwicklerkonferenz vorrangig um Software-Neuerungen und neue Funktionen für Apps, die einen immer größeren Anteil am Gesamtumsatz erwirtschaften. Unter anderem kündigte Apple einen iPhone-basierten Autoschlüssel an. Nutzer können demnach mit dem System ihr Fahrzeug entriegeln und starten sowie den digitalen Schlüssel mit Freunden und Familienmitgliedern mit Hilfe von Nachrichten teilen. Die 5er-Reihe von BMW, die ab nächstem Monat ausgeliefert werde, verfügt über diese Möglichkeit. Weitere Autos sollen kommendes Jahr auf den Markt kommen.

Tim Cook stellt die neue Apple Watch vor

Hightech macht's möglich: Apple Watch kann über Händewaschen wachen. | Bildquelle: picture alliance/Xinhua

Des Weiteren stellte Apple neue Funktionen für seine Landkarte vor, wie die Integration von Fahrradwegen oder Stromladestellen. Auch soll die Suchfunktion deutlich erweitert werden, was Google stärkere Konkurrenz machen dürfte. Entgegen der bisherigen Handhabung können iPhone- und iPad-Nutzer künftig auch Anwendungen anderer Unternehmen primär für ihren E-Mail-Verkehr und die Websuche einsetzen.

Wegen der Coronavirus-Pandemie findet die mehrtägige WWDC erstmals virtuell statt. Angelehnt an die empfohlenen neuen Hygiene-Regeln kann die Computeruhr Watch künftig unter anderem das Händewaschen erkennen und die empfohlene Dauer anzeigen.

ts/rtr/dpa