Warren Buffett greift nach einem iPhone

Kritik vom Meister Börsenguru Buffett mag Apples neue Strategie nicht

Stand: 01.04.2019, 14:43 Uhr

In einem Interview mit einem US-Sender äußert sich Warren Buffett kritisch zu Apples Plänen, in den US-Streamingmarkt einzusteigen. Aber seine Liebe zum Tech-Konzern ist noch nicht erkaltet.

Im Gespräch mit dem US-Wirtschaftssender CNBC zeigte sich der Boss von Berkshire Hathaway skeptisch: Er würde es lieben, wenn Apple mit der neuen Strategie Erfolg hätte, sagte Buffett. Apple sei eine Firma, die sich auch Misserfolge leisten könne, so der berühmte Investor. „Man möchte nicht Aktionär eines Unternehmens sein, das alles richtig machen muss.“         

Aber Buffett weiß auch, dass die Konkurrenz in Apples anvisiertem Markt riesengroß ist: Die Zeit, die Zuschauer mit Inhalten verbringen könnten, sei begrenzt, weiß das „Orakel von Omaha“.  Es gebe ferner bereits zahlreiche sehr große Unternehmen in diesem Sektor, die ihre Marktanteile leidenschaftlich verteidigen würden. Buffett beobachtet die Lage sehr genau, da seine Investmentgesellschaft Berkshire immer noch einen Anteil von 5,5 Prozent an Apple hält.

„Eine gewisse Konsummüdigkeit“  

Apple hatte unlängst verkündet, in den bisher von Netflix dominierten Video-Streamingmarkt einzusteigen. Der Smartphone-Pionier will sich wegen der sinkenden Frage nach iPhones neu erfinden. Die neuen Angebote umfassen einen eigenen Streamingdienst ab Herbst, neue Spiele- und Nachrichtenangebote sowie die Einführung einer Kreditkarte zur Ergänzung des Bezahldienstes Apple Pay.

Buffett ist bei weitem nicht der einzige Player im Markt, der zurückhaltend ist. „In den USA ist der Streamingmarkt bereits gesättigt und es herrscht eine gewisse Konsummüdigkeit“, erklärte Analyst Colin Gillis von der Beratungsfirma Chatham Road Partners. Da spiele es kaum eine Rolle, dass Apple auf mehr Originalinhalte als Netflix und Amazon bei ihren jeweiligen Markteinführungen komme.  

Tim Cook präsentiert Apple TV+

Tim Cook präsentiert Apple TV+. | Bildquelle: picture alliance / Tony Avelar / AP

Auch die Analysten der Credit Suisse sind nicht beeindruckt. Sie urteilten, dass der Streamingdienst keine Gefahr für den Branchenpionier Netflix darstelle. Netflix habe einen Vorsprung von zehn Jahren und allein im März 70 Eigenproduktionen auf den Markt geworfen, während Apple bisher lediglich 17 Serien und vier Kinofilme angekündigt habe. Apple werde in dem Markt lediglich als Verfolger und nicht als Anführer auftreten.

ts