Apple iPhone X
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Nur "eine schlechte Woche"? Apple - iPhone X, das war wohl nix

Stand: 27.12.2017, 08:37 Uhr

So richtig rund läuft es für Apple nicht. Das Premiumhandy iPhone X verkauft sich längst nicht so gut wie gedacht. Und das ist nicht die einzige schlechte Nachricht von Apple. Das schlägt an der Börse Wellen.

Das iPhone X "der größte Sprung vorwärts seit dem Original", so euphorisch drückte es Firmenchef Tim Cook aus. Doch die treuen Apple-Kunden teilen diese Ansicht offenbar nicht. Das Gerät, das Anfang November in den Handel gekommenen war und über eine Gesichtserkennung verfügt, verkauft sich nicht so gut wie gedacht.

iPhone X enttäuscht

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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So hatte die taiwanische Wirtschaftszeitung "Economic Daily" am Montag berichtet, der Absatz des neuen Premiumhandys dürfte im laufenden Quartal niedriger ausfallen als von der Firma bislang angepeilt. Eine Quelle wurde nicht genannt. Aber auch von Analystenseite kamen kritische Einschätzungen.

Analyst Zhang Bin von Sinolink Securities senkte seine Erwartung an das kommende Quartal deutlich. Die Zahl der verkauften Modelle könne bei 35 Millionen liegen, schrieb er in einer Studie. Zuvor hatte er noch 10 Millionen mehr für möglich gehalten. Die New Yorker Analystenfirma JL Warren Capital senkte am Dienstag die Prognose von 30 auf 25 Millionen Stück im ersten Quartal. Die Nachfrage sei niedrig, weil das Modell X teuer keine interessanten Innovationen aufzuweisen, hieß es zur Begründung.

Apple-Aktie im Minus

Der Apple-Aktie bekamen diese Kommentare gar nicht gut. Der Kurs sackte am Dienstag zum Handelsschluss in New York um zweieinhalb Prozent auf etwas mehr als 170,50 US-Dollar ab. Das bedeutet ein Rückschlag bei der Jagd auf die Eine-Billion-Dollar-Marktwert-Marke.

Die schlechten Apple-Verkäufe lasteten generell auf Technologieaktien. Im Sog von Apple gerieten Papiere von Zulieferern des Handy-Giganten unter Druck: So gaben Lumentum um sechs Prozent nach. Portfolio-Manager Sandy Villere von Villere Balanced Fund sprach aber auch von möglichen Gewinnmitnahmen in dem Sektor, da die Technologie-Unternehmen weniger stark von der Steuerreform von US-Präsident Donald Trump profitieren dürften als etwa Finanztitel. Insgesamt ging es am zweiten Weihnachtstag an den US-Börsen abwärts.

Apple hatte in letzter Zeit eine ganze Reihe von Problemen zu bewältigen. Es gab Sicherheitslücken auf dem Mac, sich abschaltende iPhones, mehrfach überlistete Face ID. Marketing-Chef Phil Schiller sprach Mitte Dezember zwar von "nur einer schlechten Woche" in einem guten Jahr. Doch die Woche ist offenbar längst nicht vorbei. So hat Apple die alten iPhones langsamer gemacht. Apple beteuert, das geschehe nur, um Geräte mit altersschwachen Batterieren besser zu schützen. Der entscheidende Punkt ist aber: Apple informierte seine Kunden erst darüber, als die Beweise für Apples Praktiken auf dem Tisch lagen.

bs

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