Warren Buffett greift nach einem iPhone

Aktie eingebrochen Apple: Ob Warren Buffett jetzt nachkauft?

Stand: 04.01.2019, 09:24 Uhr

Um fast zehn Prozent ist die Aktie des erfolgsverwöhnten iPhone-Herstellers gestern eingebrochen - der schlechteste Handelstag seit 2013. Ob das wirklich im Sinne von Großanleger Warren Buffett ist?

Der Milliardär hatte im vergangenen Mai auf der Hauptversammlung seines Unternehmens, Berkshire Hathaway, gesagt: "Wir würden sehr gerne sehen, wie Apple an Wert verliert, dann könnten wir mehr Aktien zum Schnäppchenpreis dazukaufen."

Die Gelegenheit dazu hätte Buffett jetzt. Allein am gestrigen Handelstag in New York hat die Apple-Aktie fast zehn Prozent an Wert verloren und damit fast 75 Milliarden Dollar an Wert eingebüßt. Buffett, der über seine Beteiligungsgesellschaft 252,5 Millionen Aktien von Apple besitzt, ist dadurch auf einen Schlag um knapp vier Milliarden Dollar ärmer geworden.

Fast 40 Prozent an Wert verloren

Buffetts Berkshire Hathaway hatte im ersten Quartal 2018 insgesamt 75 Millionen Aktien von Apple gekauft - zusätzlich zu den bereits seit 2017 besessenen 165,3 Millionen Aktien. Buffetts sagte damals gegenüber "CNBC", dass er Apple eindeutig mag und "wir kaufen sie, um sie zu halten".

1/10

Buffetts größte Schätzchen Die zehn größten Positionen

<strong>Apple</strong><br/>Apple macht mit einem Bestand von 252 Millionen Aktien 25,8 Prozent des gesamten Portfolios von Berkshire Hathaway aus. Der Wert betrug zum Stichtag 30. September knapp 57 Milliarden Dollar. Eingestiegen war Berkshire Anfang 2016 zu Preisen von 93 bis 110 Dollar. Im zweiten Quartal 2018 hat Berkshire seinen Anteil um weitere 5,17 Prozent erhöht, zu einem Durchschnittspreis von 181 Dollar. Zuletzt notierten die Papiere bei 207 Dollar. Der eingetrübte Ausblick von Apple auf das laufende vierte Quartal hat Buffett allerdings viel Geld gekostet: insgesamt fast vier Milliarden Dollar haben sich dadurch in Luft aufgelöst.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Apple
Apple macht mit einem Bestand von 252 Millionen Aktien 25,8 Prozent des gesamten Portfolios von Berkshire Hathaway aus. Der Wert betrug zum Stichtag 30. September knapp 57 Milliarden Dollar. Eingestiegen war Berkshire Anfang 2016 zu Preisen von 93 bis 110 Dollar. Im zweiten Quartal 2018 hat Berkshire seinen Anteil um weitere 5,17 Prozent erhöht, zu einem Durchschnittspreis von 181 Dollar. Zuletzt notierten die Papiere bei 207 Dollar. Der eingetrübte Ausblick von Apple auf das laufende vierte Quartal hat Buffett allerdings viel Geld gekostet: insgesamt fast vier Milliarden Dollar haben sich dadurch in Luft aufgelöst.

Doch für den Milliardär hat sich das Investment als Wertvernichter erwiesen. Denn seit dem Hoch am 3. Oktober letzten Jahres bei 232 Dollar hat sich das Apple-Papier um fast 40 Prozent verbilligt. Auch bei anderen Beteiligungen lief es im letzten Jahr nicht ganz rund: Aktien der Bank of America, die elf Prozent des Portfolios ausmachen, verloren im Jahresvergleich 17 Prozent und Wells Fargo sogar 23 Prozent. Das sind die beiden größten Positionen der Holding hinter Apple. Coca Cola, Berkshires viertgrößte Position mit zehn Prozent des Portfolios, befindet sich im positiven Bereich - ein Plus von drei Prozent in den letzten zwölf Monaten.

Ausmaß überrascht

Grund für den jüngsten Kurssturz von Apple war eine Umsatzwarnung, wonach im wichtigen Weihnachtsgeschäft weniger iPhones verkauft wurden - besonders in China, dem drittgrößten Markt für Apple, mit einem Umsatz von fast 52 Milliarden Dollar im letzten Geschäftsjahr. Die Ankündigung von Apple werteten die Anleger als die bisher deutlichste Bestätigung dafür, dass sich die chinesische Wirtschaft abkühlt und womöglich weiter an Schwung verlieren wird.

Allerdings gelten die Apple-Produkte als überteuert, besonders im Vergleich zu chinesischen Konkurrenten wie Huawei. Zudem warnen Experten vor einer Sättigung der Märkte für Smartphones. Analyst Toni Sacconaghi von Bernstein Research betonte: Dass der Konzern die Erwartungen verfehlt habe, dürfte weniger überrascht haben als das Ausmaß der gesunkenen iPhone-Umsätze.

Mehr Dienstleistungen

Junger Mann geht  in Shanghai, China an Apple-Werbung für  iPhone XS Smartphones vorbei

Apple. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Auch wenn Apples Schwäche in China in erheblichem Maß auf die trübe Konjunktur zurückgehe, scheine der Konzern trotz neuer Produkte deutliche Marktanteile im Reich der Mitte verloren zu haben. Davon abgesehen hob Analyst Samik Chatterjee von der US-Bank JPMorgan den Wandel hin zu mehr Dienstleistungsangeboten positiv hervor. Dabei sollte Apple seines Erachtens auch von der großen Anzahl von iPhone-Nutzern profitieren. Damit könnte die Abhängigkeit vom Verkauf neuer Smartphones reduziert werden.

Der Höhenflug der Apple-Aktien erschien in den letzten Jahren fast unaufhaltsam. Seit 2005 stiegen die Papiere in Prinzip von einem Rekord zum nächsten, wobei sie sich nur kurze Verschnaufpausen gönnten. Im August letzten Jahres schrieb der Konzern Wall-Street-Geschichte: Der Börsenwert des iPhone-Riesen überschritt erstmals die Billionen-Dollar-Marke - so hoch war noch nie ein US-Unternehmen gehandelt worden.

Samsung erwartet gutes Jahr für Smartphones

Positive Nachrichten kommen derweil vom ärgsten Konkurrenten, Samsung. Der glaubt, dass technische Innovationen den Smartphone-Markt in diesem Jahr in Schwung halten werden. Von Markteinbruch könne keine Rede sein, sagte Samsung-Manager Mario Winter der dpa. Vor allem das Geschäft mit Premium-Geräten wachse noch immer zweistellig. "2019 wird ein gutes Jahr für Smartphones", zeigte sich Winter überzeugt. Ob auch Apple von dieser Dynamik profitieren kann, muss sich erst noch zeigen.

lg

1/5

Das sind die fünf größten Smartphone-Hersteller Huawei vor Apple

Samsung Galaxy Note 9

Platz 1: Samsung
Samsung steht weiterhin an der Spitze des Marktes, verlor laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Gartner von April bis Juni mit 72,3 Millionen veräußerten Smartphones allerdings deutlich. Der Marktanteil schrumpfte im Vergleich zum Vorjahresquartal von 22,6 auf 19,3 Prozent.

Den Südkoreanern mache die zunehmende Sättigung des Smartphonemarktes sowie die wachsende Konkurrenz aus China zu schaffen, so Gartner-Experte Anshul Gupta. Neuer Hoffnungsträger seit jetzt das Note 9.