Apple iPhone 8 plus

Neue Display-Technologie Apple macht sein eigenes Ding

Stand: 19.03.2018, 11:47 Uhr

Apple setzt zunehmend auf selbst hergestellte Produkte. Nach eigenen Chips will das Unternehmen nun einer geheimen Fabrik in Kalifornien eigene LED-Displays entwickeln.

Dem iPhone-Konzern sei es bereits gelungen, Prototypen kleiner Bildschirme für seine Computer-Uhr Apple Watch zu produzieren, schreibt der Finanzdienst Bloomberg unter Verweis auf Insider. Apples MicroLED-Technologie solle Displays hervorbringen, die ein leuchtenderes Bild bieten und zugleich dünner und stromsparender seien, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Bis die Technik in einem iPhone auftaucht, könnten aber noch drei bis fünf Jahre vergehen.

Apple habe neben der Forschung auch eine eigene kleine Produktionsstätte im kalifornischen Santa Clara unweit des Konzern-Hauptquartiers eingerichtet, um möglichst lange einen Wettbewerbsvorteil zu behalten. MicroLEDs seien viel schwieriger herzustellen als aktuelle Bildschirme. Geleitet werde das Projekt von Lynn Youngs, zuständig für die Bildschirme der Apple Watch und des iPhones.

Sehr komplexe Technik

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Jeder von Millionen Bildpunkten des Displays bestehe aus drei Leuchtdioden in den Farben Rot, Grün und Blau. Jede dieser winzigen LEDs müsse einzeln hergestellt und kalibriert werden. Apple könne in Santa Clara "eine Handvoll" MicroLED-Displays für die Watch produzieren, berichtet Bloomberg. Die Technologie sei aber so komplex, dass der Konzern das Projekt vor einem Jahr beinahe eingestellt habe.

Apple legt viel Wert darauf, auch die Hardware-Komponenten seiner Geräte selbst zu entwickeln, damit sie besser zu den geplanten Funktionen passen. Schon seit Jahren stecken in den iPhones, iPads und Computer-Uhren Chips aus eigener Entwicklung, während die meisten Hersteller von Android-Smartphones auf Prozessoren von der Stange zugreifen.

Mehrere Verlierer und ein Gewinner

Bei Displays musste sich Apple bisher komplett auf die Zulieferer verlassen, auch wenn die bei Samsung hergestellten OLED-Bildschirme des neuen iPhone X bereits weitgehend von Apple entworfen wurden. Die Aktien von Samsung, Japan Display, Sharp und LG Display mussten am Morgen nach der Veröffentlichung des Berichts an den Märkten in Fernost zunächst Verluste hinnehmen.

Neben Apple arbeiteten auch andere Anbieter an der Entwicklung von MicroLEDs, erklärt Analyst Janardan Menon. Viele, wenn nicht alle, dürften dazu Maschinen des deutschen Herstellers Aixtron nutzen. Sollten sich MicroLEDs in den kommenden Jahren durchsetzen, würde das großes Umsatzpotenzial für Aixtron eröffnen. Tatsächlich gehörten die im TecDax notierten Aixtron-Aktien am Morgen zu den wenigen Gewinnern im Markt.

lg

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