Apple Music

Boomendes Onlineradio-Geschäft Apple killed the Radio Star? Ganz im Gegenteil

Stand: 19.08.2020, 09:05 Uhr

Apple setzt verstärkt auf das Streaming-Radio. Zwei neue Live-Angebote sind ab sofort in 165 Ländern verfügbar. Das ist eine Kampfansage an die Konkurrenz.

"Video killed the Radio Star" – vor über 40 Jahren schrieb Trevor Horn diesen viel zitierten Buggles-Hit. Wahr geworden ist er bis heute nicht. Immer noch hören neun von zehn Menschen jede Woche Radio. Nur das Konsumentenverhalten und die Ausspielplattformen haben sich stark verändert. Das klassische UKW-Radio verliert. Dafür boomt das Onlineradio-Geschäft – das zeigen erfolgreiche Streaming-Angebote wie Spotify und Deezer. Und das weiß auch Apple.

Der Mega-Technologiekonzern springt nun mit gleich zwei neuen Streaming-Radio-Angeboten auf diesen Trend auf: Apple Music Hits, der die Lieblingssongs der 80er, 90er und 2000er Jahre präsentiert, und Apple Music Country, der sich – wer hätte das gedacht – auf Country-Musik fokussiert.

Beats war der Anfang

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum Intraday
Kurs
97,11
Differenz relativ
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Gleichzeitig nennt der iPhone-Konzern seinen bislang wichtigsten Radiosender, Beats 1, in Apple Music 1 um. Mit Beats 1 hatte einst 2015 alles angefangen. Apple hatte seinen ersten Onlineradio-Sender nach der Kopfhörer- und Musikfirma benannt, die der Rapper Dr. Dre und der Musikproduzent Jimmy Iovine ein Jahr zuvor an den iPhone-Konzern verkauft hatten.

Auf dem Sender sind neben Musikstücken auch Künstlerinterviews zu hören. Apple-Music-Manager Oliver Schusser betonte, es gebe keine Pläne, den Namen für die Beats-Produkte bei Apple verschwinden zu lassen.

Willkommen im Mainstream

Mit den beiden neuen Live-Angeboten von Apple scheint der Onlineradio-Trend endgültig im Mainstream angekommen zu sein. Auch hierzulande nutzt jeder Zweite wöchentlich Online-Audio-Dienste. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar über 90 Prozent. Online-Audio hat die breite Masse erreicht.

Streaming-Marktführer ist Spotify. Der Platzhirsch versucht vor allem, mit exklusiven Podcasts bei den Hörern zu punkten.

Börsengigant Apple

An der Börse ist Spotify jedoch im Vergleich zu Apple nur ein kleiner Fisch. Spotify kommt aktuell auf eine Börsenbewertung von 48 Milliarden Dollar. Apple dagegen hat jüngst als erstes Unternehmen der Welt die Marke von zwei Billionen Dollar bei der Marktkapitalisierung überschritten.

Die Papiere des iPhone-Konzerns haben ein Gewicht von 13,8 Prozent im Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 und damit einen großen Anteil an der jüngsten Nasdaq-Rekordrally. Allein in den vergangenen sechs Monaten haben sie ein Plus von 43 Prozent eingefahren. In der Zwölf-Monats-Perspektive steht sogar ein Kursgewinn von 120 Prozent zu Buche.

ag

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