Dialog Semiconductor-Prozessor für Highend-Desktop-Telefone

Wie weit ist Apple mit seiner Chip-Produktion? Apple macht Dialog Semiconductor Angst

Stand: 28.03.2018, 11:38 Uhr

Seit Monaten halten sich die Gerüchte, dass Apple seine Chips künftig selbst produzieren will. Die Produktion könnte schon im April starten. Das wäre katastrophal für die Firma Dialog Semiconductor, die bisher die Chips liefert. Katastrophal auch für die Dialog-Aktie.

Kurssturz beim schwäbisch-englischen Chip-Entwickler Dialog Semiconductor. Die Aktie verliert heute mehr als zwölf Prozent und fällt zeitweise auf 20,10 Euro. Das liegt nicht allein an dem allgemeinen Ausverkauf bei Technologie-Aktien, die nach Meinung vieler Investoren ihren Zenit überschritten haben. Es liegt vor allem an den wieder aufflammenden Ängsten, dass Dialog seinen mit Abstand wichtigsten Kunden verlieren könnte: Apple.

Die Analysten des Bankhaus Lampe schüren die Sorgen. Apple komme bei seinem Vorhaben, künftig Chips für das Energiemanagement in Eigenregie herzustellen, offenbar schneller voran als befürchtet. Die Umsätze von Dialog mit Apple könnte dies bereits in diesem Jahr beeinflussen, so Analyst Karsten Iltgen.

Lampe kürzte das Kursziel der Dialog-Aktien daher auf 22 von zuvor 26 Euro, erneuerte aber seine Bewertung "Hold". Analyst Iltgen hält es auch für denkbar, dass Dialog aufgespalten und dann von der Börse genommen wird.

Das wäre ein Todesurteil

Bereits Anfang Dezember waren Gerüchte aufgekommen, dass der iPhone-Hersteller die Chips zur Stromsteuerung seiner Smartphones künftig selbst herstellen will. Die Aktien von Dialog, die zuvor um die 40 Euro wert waren, brachen daraufhin um gut 40 Prozent ein.

Denn Apple ist der Hauptkunde, steuert laut Analysten mindestens die Hälfte, wenn nicht zwei Drittel zum Umsatz des Chip-Produzenten bei. Wenn Apple Dialog tatsächlich rauskicken würde, käme es also einem Todesurteil für Dialog gleich.

Völlig abwegig ist das nicht, Apple hat sich durchaus schon von Zulieferern getrennt, im Grafik-Bereich etwa trennte sich der US-Konzern von dem britischen Unternehmen Imagination Technologies.

Trennt sich Apple 2019?

Allerdings fragen sich Anleger auch, ob eine Trennung wirklich so schnell und in einem Rutsch vonstatten ginge. Hauck & Aufhäuser etwa erachtet die Wahrscheinlichkeit als gering, dass dies schon ab 2018 geschehe. Verträge mit Zulieferern werden in der Regel für die übernächste iPhone-Generation gemacht. Das Risiko sei aber groß, dass Apple von 2019 an zumindest teilweise eigene integrierte Schaltkreise für das Strommanagement nutze und so entsprechende Chips von Dialog ersetze, so Hauck & Aufhäuser jüngst. Dialog müsse also bereits wissen, wenn es einen Ersatz für die eigenen Produkte geben sollte.

Doch Dialog gibt sich weiter siegesgewiss. "Apple hat uns zu Jahresbeginn mit Chipdesigns für eine Vielzahl von Geräten für 2019 und 2020 beauftragt", sagte Vorstandschef Jalal Bagherli Anfang März im Interview mit der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". "Wir gehen weiterhin davon aus, dass unsere Halbleiter in einem signifikanten Anteil der Geräte für 2019 und 2020 verbaut werden."

bs

1/14

Apple und andere Tech-Aktien

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum 1 Jahr

Apple

1/8

Chipaktien zum Durchklicken

Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Infineon