Apple-Chef Tim Cook
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Apple-Chef verspricht Besserung Tim Cook umgarnt Aktionäre

Stand: 30.01.2019, 08:09 Uhr

Trotz der Belastungen durch den Handelsstreit zwischen den USA und China sendet Apple-Chef Tim Cook Zeichen der Entspannung aus - und macht Hoffnung auf einen Neuanfang bei dem iPhone-Hersteller. Den Anlegern gefällts.

Im nachbörslichen New Yorker Handel steigt die Apple-Aktie um 5,7 Prozent, nachdem sie im regulären Handel noch ein Prozent tiefer geschlossen hatte. Marktexperten zufolge kamen vor allem die Aussagen von Firmenchef Tim Cook zum Handelskonflikt mit China gut an.

Cook sagte, er sei optimistisch, dass beide Länder in der Lage sind, ihre Dinge zu regeln. Die Spannungen seien im Januar im Vergleich zum Dezember "deutlich weniger" geworden. Apple litt im wichtigen Weihnachtsgeschäft stark unter der geringeren Nachfrage nach iPhones - vor allem in der Volksrepublik, die inzwischen zum weltgrößten Smartphonemarkt aufgestiegen ist.

Die Krise als Chance

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
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Doch es war auch noch eine andere Aussage, die bei den Anlegern gut ankam. Cook gab zwar zu, dass die Ergebnisse im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres enttäuschend seien. Doch Apple werde stärker denn je aus der Krise hervorgehen, versprach er. Tatsächlich mehren sich die Stimmen von Experten, die Apple auffordern, sich strategisch breiter aufzustellen. Dies sei etwa durch Zukäufe möglich.

Wie nötig eine neue Strategie ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen des abgelaufenen Quartals. Wegen schwächerer iPhone-Verkäufe vor allem in China (minus 22 Prozent) fiel der Umsatz zwischen September und dem 29. Dezember um fast fünf Prozent auf 84,3 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie legte hingegen um 7,5 Prozent auf 4,18 Dollar zu. Diese beiden Zahlen lagen leicht über den Erwartungen.

Weniger Umsatz erwartet

Düster sieht es dagegen für das laufende Quartal aus. Hier prognostiziert Apple Erlöse zwischen 55 und 59 Milliarden Dollar. Analysten haben mit 58,8 Milliarden Dollar gerechnet. Erstmals teilte Apple nicht mit, wie viele iPhones es im abgelaufenen Vierteljahr verkauft hat. Im Vorjahreszeitraum wanderten noch 77,3 Millionen Geräte über den Ladentisch.

Apple-Chef Tim Cook mit Apple iPad Air 2

Apple-Chef Tim Cook mit Apple iPad Air 2. | Bildquelle: picture alliance / Photoshot

Die Entscheidung, künftig diese Informationen nicht mehr zu veröffentlichen, sorgte vor allem bei Analysten für viel Kritik. Allerdings publiziert auch Smartphone-Marktführer Samsung Electronics, der am Donnerstag detailliert Einblick ins Weihnachtsquartal gibt, seine Verkaufszahlen nicht.

Wachstumstreiber Dienstleistungen

Um die Nachfrage anzukurbeln, erwägt Apple nun, in einigen Märkten iPhones zu lokalen Preisen anzubieten statt sich wie bisher vom Preis in Dollar leiten zu lassen. Vor allem da, wo sich Apple im vergangenen Jahr schwer getan habe, seien die Steigerungen bei den iPhone-Preisen aufgrund der Währungseffekte stärker ausgefallen, sagte Cook.

ARD-Börsenstudio: Samir Ibrahim
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ARD-Börse: Apple verspricht bessere Zeiten

Um die Schwächen im iPhone-Geschäft auszugleichen, setzt Apple verstärkt auf Dienstleistungen wie das Musik-Streamingangebot Apple Music. Offenbar mit Erfolg. Der Umsatz aus diesen Bereichen habe im abgelaufenen Quartal bei 10,8 Milliarden Dollar gelegen, hieß es, ein Plus von 19 Prozent. Bis 2020 soll das Geschäft ein Volumen von 50 Milliarden Dollar erreichen.

Experten erwarten, dass Apple in den nächsten drei Jahren sein Wachstum aus dem Servicebereich ziehen dürfte, bis das nächste große Hardware-Produkt, etwa eine Brille für Augmented Reality (AR), marktreif sei. Es sei denn, der Konzern setzt seine 200 Milliarden Dollar schweren Cash-Reserven für Zukäufe ein.

lg/rtr