Pocol-Laden in Bochum
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Neues aus dem Möbelhaus Anteilsverkäufe sollen Steinhoff retten

Stand: 12.12.2017, 18:55 Uhr

Der wegen möglicher Bilanzfälschungen unter Druck geratene Poco-Mutterkonzern Steinhoff könnte laut Insidern versuchen, durch Anteilsverkäufe seine Liquidität abzusichern. Die Aktie setzte den Erholungskurs heute zunächst fort.

Der Möbelhändler Steinhoff, Nummer zwei hinter Ikea, erwäge die Veräußerung von Aktienpaketen der Investmentfirma PSG Group und des Logistikunternehmens KAP Industrial, sagten zwei mit dem Vorhaben vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Steinhoff ist bei beiden Unternehmen größter Einzelaktionär. Die Anteile sind aktuell an der Börse knapp 1,4 Milliarden Euro wert. Interimschef und Großaktionär Christoffel Wiese hatte bereits angekündigt, sich von Randgeschäften trennen zu wollen.

"Südafrikas Ansehen steht auf dem Spiel"

Ex-Steinhoff-CEO Markus Jooste

Ex-Steinhoff-CEO Markus Jooste. | Bildquelle: Steinhoff International

Steinhoff hält rund 39 Prozent an KAP und 24 Prozent an PSG. In Südafrika wird die Affäre derweil zum Politikum. Verantwortliche des deutsch-südafrikanischen Einzelhandelskonzerns sollen Anfang kommenden Jahres vor dem Parlament erscheinen und Rechenschaft ablegen, wie es in einer Presseerklärung der Regierung Südafrikas hieß.

Der Vorsitzende des Parlaments, Themba Godi, forderte darin zudem die Ermittler auf, dringend die Sachverhalte um Steinhoff zu überprüfen. Das Ansehen des Landes stehe auf dem Spiel. Auch das südafrikanische Handelsministerium teilte mit, es wolle sich mit dem Fall beschäftigen.

Die Aktie erholt sich zeitweise

Steinhoff: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Anleger griffen am Dienstag bei Steinhoff wieder zu. Die MDax-Aktie stieg den zweiten Tag infolge und kletterte um 35,6 Prozent auf 79 Cent. Allerdings schloss der Titel mit 66 Cent wieder deutlich tiefer. Nach dem Abgang des langjährigen Vorstandschefs Markus Jooste und dem Verdacht der Bilanzfälschungen hatten die Papiere in der vergangenen Woche 85 Prozent und damit 12,6 Milliarden Euro an Wert eingebüßt. Das Unternehmen ist an der Börse noch mit rund 2,5 Milliarden Euro bewertet.

Die seit dem Sommer börsennotierte Steinhoff-Tochter Steinhoff Africa Retail, an der der Mutterkonzern 80 Prozent hält, wird derweil auf dem Parkett mit umgerechnet 3,5 Milliarden Euro bewertet.

Gerade noch Ramschniveau

Am Donnerstag hatte die Ratingagentur Moody's die Bonitätsnote des Möbelhaus-Konzerns um vier Stufen von "Baa3" auf "B1" zusammengestrichen. Die von der EZB gehaltene Anleihe wird damit als "Ramsch" eingestuft, weitere Senkungen sind möglich. Warum der Steinhoff-Skandal die Risiken der EZB-Politik offenbart, lesen Sie hier.

Gegen Steinhoff laufen in Deutschland bereits seit zwei Jahren Ermittlungen wegen möglicher Bilanzfälschungen. Der Konzern hatte die Veröffentlichung der Geschäftszahlen wegen der Vorwürfe zuletzt verschoben.


rtr