US-Banken

Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase & Co.

Jamie Dimon ist zufrieden Anleihehandel lässt JPMorgan glänzen

Stand: 14.04.2015, 15:34 Uhr

Mit einer beachtlichen Gewinnsteigerung im ersten Quartal überzeugt die US-Bank JPMorgan die Wall Street. Die Zahlen des Konkurrenten Wells Fargo lassen dagegen zu wünschen übrig.

Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase & Co.

Jamie Dimon, CEO JPMorgan Chase . | Bildquelle: picture alliance / dpa - Jim Lo Scalzo

Der Handel mit Anleihen und Aktien hat der US-Großbank JPMorgan im ersten Quartal Rückenwind verliehen. Das größte Geldhaus der USA steigerte den Gewinn im ersten Quartal um 12,2 Prozent auf 5,91 Milliarden Dollar. Die Einnahmen kletterten um vier Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar. "Wir haben eine Zunahme im Anleihen- und Aktienhandel gesehen", erklärte Bankchef Jamie Dimon. Analysten hatten vor allem mit geringeren Einnahmen gerechnet, aber auch der Gewinn übertrifft die Schätzungen. Fachleute hatten mit einem Gewinn pro Aktie (EPS) in Höhe von 1,4 Dollar gerechnet, im Ergebnis erreichte JPMorgan sogar 1,45 Dollar.

Die Aktie legt zu

Die besonders wichtigen Einnahmen im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren stiegen im ersten Quartal um fünf Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar, wie JPMorgan weiter mitteilte. Traditionell platzieren viele Unternehmen zum Jahresauftakt ihre Anleihen und finanzstarke Fondsgesellschaften suchen nach Investitionsmöglichkeiten. Der Finanzkonzern habe im ersten Quartal besser abgeschnitten als gedacht, schrieb Analyst Murali Gopal von der französischen Großbank Société Générale. Die meisten Geschäftsbereiche hätten sich stark entwickelt. Dabei hob der Experte vor allem das Investmentbanking hervor, dass die Erwartungen spielend übertroffen habe.

Im vergangenen Jahr hatte JPMorgan noch unter der Flaute an den Anleihemärkten gelitten. Ein Schatten in der Quartalsbilanz waren erneut Sonderbelastungen für Rechtsstreitigkeiten, die sich dieses Mal auf 487 Millionen Dollar summierten. JPMorgan hatte im vergangenen Jahr einer Milliarden-Strafe für ihre Rolle im Skandal um manipulierte Devisenkurse zugestimmt. Die Titel von JPMorgan gewannen im frühen US-Handel rund ein Prozent.

Dämpfer für Wells Fargo  

Für die Titel von Wells Fargo ging es dagegen rückwärts. Die US-Bank hat zu Jahresbeginn einen leichten Dämpfer erhalten. Der Überschuss schrumpfte im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 1,5 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. Analysten hatten aber mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet.

Das Geschäft mit Immobilienkrediten lief angesichts der im Laufe des Jahres erwarteten Zinswende der US-Notenbank zwar noch überraschend gut. Allerdings macht die zunehmend niedrigere Zinsmarge – das Verhältnis der von der Bank für vergebene Kredite verlangten Zinsen und den Kosten für deren Finanzierung - dabei zu schaffen. Sie sackte erstmals seit den 1990er Jahren unter die Marke von drei Prozent.     

dpa/ts