Strand mit Sonnenuntergang

FAANG contra BEACH Gestrandet am BEACH des Grauens

von Thomas Spinnler

Stand: 26.03.2020, 17:48 Uhr

Was FAANG-Aktien sind, dürften die meisten Anleger gelernt haben, denn mit diesen Technologietiteln war, zumindest vor Corona, richtig Kasse zu machen. Welche Unternehmen sich hingegen hinter BEACH verbergen, ist nett zu wissen - und mit Blick auf das eigene Depot am besten schnell wieder zu vergessen.

Facebook, Apple, Amazon, Netflix, Google, genannt FAANG: Das sind die globalen Leader der technologischen Revolution der vergangenen Jahre. Wer diese Aktien möglichst frühzeitig im Depot hatte, der traf ziemlich genau ins Schwarze und konnte sich entspannt zurücklehnen. Natürlich haben auch FAANG-Aktien während der laufenden Coronakrise massiv an Börsenwert verloren.

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum 3 Monate
Kurs
223,30
Differenz relativ
-1,04%
Facebook: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 3 Monate
Kurs
141,00
Differenz relativ
-3,64%
Amazon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 3 Monate
Kurs
1.755,00
Differenz relativ
-1,02%

Mit FAANG durch die Krise...

Aber nehmen wir allein die aktuelle Marktkapitalisierung von Apple und Amazon. Beide Technologiekonzerne sind zusammengenommen selbst derzeit an der Börse noch rund 2.000 Milliarden Dollar wert. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands beträgt etwa 4.000 Milliarden Dollar. Natürlich wäre es nicht korrekt zu behaupten, ganz Deutschland müsste ein halbes Jahr arbeiten, um sich diese beiden Konzerne leisten zu können. Gleichwohl zeigt diese Gegenüberstellung: Apple und Amazon sind ganz schön wertvoll.

Und selbst in der kritischen aktuellen Lage ist evident, dass FAANG-Aktien letztlich zu den Profiteuren gehören. In Zeiten von Kontakt- und Ausgangssperren bietet Netflix Unterhaltung für die tristen Stunden in der Bude. Über den Onlinehändler Amazon kann sich jeder, der über Internetzugang verfügt, weiterhin mit Kauferlebnissen versorgen und über das soziale Netzwerk Facebook tauscht man momentan wohl eher finstere Erfahrungen mit Freunden und Familie aus.

Netflix-Nutzerin schaut

Netflix: Unterhaltung für triste Stunden in der Bude. | Bildquelle: Unternehmen

... mit BEACH mitten hinein

Wirklich düster ist die Lage also nicht bei FAANG, sondern bei der Vielzahl von Unternehmen, die man unter das schöne Wort BEACH einsortiert: Bookings, Entertainment and Live Events, Airlines, Cruises and Casinos sowie Hotels. "Über die Klippe geflogen", schreibt das Finanzblog "Visual Capitalist" zum Thema BEACH-Aktien. Seit dem Rekordhoch des S&P 500 vom 19. Februar hätten sich 332 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung in Luft aufgelöst, haben die Autoren ausgerechnet (Stand: US-Handelsschluss 24. März).

Lufthansa-Maschinen am Frankfurter Flughafen

Lufthansa: Parken, nicht fliegen. | Bildquelle: picture alliance / Boris Roessler / dpa

Das ist kaum überraschend, denn wie existenzbedrohend die Situation für Fluglinien, Reise- oder Konzertveranstalter ist, gehört längst zum Allgemeinwissen. Schließlich werden weltweit Konzerte abgesagt, hunderttausende Flüge gestrichen, Reisen storniert und Grenzen geschlossen. Aber in der Not wächst das Rettende auch, zum Beispiel die mittlerweile billionenschweren Rettungspakete der Staaten und die Nothilfen der Zentralbanken. Trotzdem dürfte es eine Welle von Pleiten geben.

Ob die Aktien der Übriggebliebenen wieder alte Niveaus erreichen? Vielleicht werden sich ganze Branchen auch verändern müssen und eine Rückkehr zum Vorkrisenzustand wird unmöglich sein. All das steht derzeit in den Sternen.