Hingucker der Woche

Zinssorgen und andere Ängste Anleger brauchen jetzt starke Nerven

Stand: 04.02.2018, 10:48 Uhr

Nach dem Kurssturz an der Wall Street am Freitag mehren sich auch diesseits des Atlantiks die Alarmsignale. Dabei dürfte die Sorgen vor steigenden ZInsen in Europa eigentlich keine Rolle spielen.

Während die steigenden Löhne und der boomende Arbeitsmarkt bei den amerikanischen Anlegern die Sorge auslöst, die Fed könnte die Zinsen in diesem Jahr zügiger - insgesamt viermal - anheben als bislang angenommen, ist von einer drohenden Zinswende in Europa nichts zu sehen, verharrt doch die Inflationsrate in der Eurpzonebei zuletzt 1,3 Prozent weiter unter dem angestrebten Ziel von zwei Prozent.

Dennoch sind auch in Frankfurt die Aktienkurse kräftig ins Rutschen gekommen. Dabei rückten vor allem steigende Renditen am Anleihemarkt in den Fokus. Die neuerliche Eurostärke und teils enttäuschende Quartalszahlen wie die von der Deutschen Bank drückten ebenfalls auf die Stimmung der Anleger.

Video

Was nächste Woche wichtig wird... [2.2.18]

Steigende Anleiherenditen

Beides dürfte auch in der neuen Woche weiter stark beachtet werden. Tatsächlich ist die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 0,752 Prozent. Ihr US-Pendant rentierte mit 2,801 Prozent sogar so hoch wie seit vier Jahren nicht.

Bauchschmerzen bereitet den Anlegern auch der bärenstarke Euro. Trotz der Aussicht auf weiter steigende Zinsen in den USA pendelt die Gemeinschaftswährung weiter um die Schwelle von 1,25 Dollar und damit 15 Prozent höher als vor einem Jahr. Dass einige Experten wie die Helaba den Euro/Dollar-Kurs in den nächsten MOnaten wieder unter 1,20 fallen sehen, vermag die Anleger zunächst nicht zu beruhigen.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.210,55
Differenz relativ
-0,22%
Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
25.669,32
Differenz relativ
+0,43%
S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.850,13
Differenz relativ
+0,33%

Auch charttechnisch steht es spitz auf Knopf. So befindet sich im Dax zwischen 12.750 und 12.850 Punkten eine breite Unterstützungszone. Hier bietet sich durchaus die Chance auf einen Rebound bis auf 13.000/13.140 Punkte. Kippt der Leitindex allerings unter 12.750 Punkte drohe eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung bis 12.560/12.650 Punkte, warnen Charttechniker.

"Überhitzte Märkte"

Auf politischer Ebene rückt der geplante Abschluss der Koalitionsverhandlungen samt dem SPD-Mitgliederentscheid in den Blick, und europaweit nimmt die Berichtssaison weiter Fahrt auf. Am deutschen Markt sind es aber vor allem Unternehmen aus der zweiten Reihe, die als nächstes ihre Bücher zum abgelaufenen Jahr öffnen.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1438
Differenz relativ
+0,56%

Sascha Sadowki, Experte bei Lynx Broker, spricht mit Blick auf die Börsen bereits von "überhitzten Märkten". Zunehmend mehr Indikatoren sendeten inzwischen "Verkaufssignale", und falls es in den USA zu einer Korrektur komme, "dürfte das auch die deutschen Aktienmärkte deutlich beeinflussen", warnt er.

Neue Flut von Firmenbilanzen

Dennoch sei ein größerer Rückschlag für Dax & Co. unwahrscheinlich, betont Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. "Europäische Aktien sind im Vergleich zu US-Papieren immer noch unterbewertet. Deutliche Kursverluste seien nur bei einem Einbruch der Wall Street zu erwarten.

Kurzfristige Unterstützung für die Aktienmärkte erhoffen sich Investoren von der anhaltenden Flut an Firmenbilanzen. In Deutschland legen unter anderem der Versicherer Münchener Rück (Dienstag) und die Commerzbank (Donnerstag) Zahlen vor. Auch zahlreiche Unternehmen aus der zweiten Reihe öffnen ihre BÜcher. Im Ausland präsentieren der Autobauer General Motors (GM), der Unterhaltungskonzern Walt Disney (beide Dienstag), der E-Autobauer Tesla (Mittwoch) und der Kosmetik-Hersteller L'Oreal (Donnerstag) ihre Bilanzen.

lg

1/17

Die Hingucker der Woche Von Commerzbank bis Tesla

Münchener Rück: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate

Münchener Rück