Gelb-rot leuchtender Osram-Schriftzug
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Aktie im Höhenflug Finanzinvestoren wollen Osram schlucken

Stand: 03.07.2019, 16:56 Uhr

Osram steht vor der Übernahme durch Finanzinvestoren. Der schwächelnde Lichttechnik-Konzern bestätigte am Mittwochabend, dass Carlyle und Bain Capital nach monatelangen Verhandlungen ein milliardenschweres Kaufangebot abgegeben haben.

Sie wollen das Münchner Traditionsunternehmen für 3,4 Milliarden Euro schlucken und bieten den Aktionären 35 Euro je Aktie, teilte Osram mit. "Über dieses Angebot werden die zuständigen Gremien in Kürze beraten und beschließen."

Aufsichtsrat entscheidet

Osram: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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+3,56%

Der Aufsichtsrat tritt Insidern zufolge am Donnerstag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Damit geht voraussichtlich eine monatelange Hängepartie zu Ende, die die Mitarbeiter belastet hatte. Osram-Chef Olaf Berlien hatte bereits im Februar Gespräche mit Bain und Carlyle bestätigt. Doch die eingehende Buchprüfung, die einem Angebot vorausgeht, zog sich länger als erwartet hin.

Erst in den vergangenen Tagen hatten sich die beiden Investoren die notwendigen Kredite gesichert, sagten mehrere Insider. Berichte, wonach die Banken angesichts der Geschäftslage damit zögerten, günstige Konditionen zu gewähren, hatten für Verunsicherung gesorgt.

Aktien springen in die Höhe

Schon die Spekulationen über ein Übernahmeangebot der beiden Finanzinvestoren trieb die gebeutelte Aktie bis Xetra-Schluss um gut elf Prozent auf 32 Euro nach oben. Als um 19.23 Uhr die Ad-hoc-Mitteilung von Osram kam, stieg der Titel im Späthandel weiter bis auf 34,27 Euro. Während der Verhandlungen war die Osram-Aktie immer weiter abgebröckelt, vor allem weil sich die Aussichten für das Unternehmen stärker eintrübten als der Vorstand gedacht hatte. Lag sie im Februar noch bei fast 42 Euro, fiel sie Anfang Juni auf ein Jahrestief von 24,60 Euro.

Berlien erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2018/19 (Ende September) einen drastischen Umsatz- und Gewinnrückgang. Der Umsatz, der eigentlich um drei Prozent zulegen sollte, werde um bis zu 14 Prozent unter Vorjahr liegen.

nb