Osram-Schriftzung, davor zwei grüne Ampeln

Übernahmeangebotsfrist läuft ab AMS fehlen noch viele Osram-Aktien

Stand: 01.10.2019, 07:29 Uhr

Im Bieterrennen um Osram hat sich AMS weitere Anteile gesichert. Die Zielgerade ist dennoch weit entfernt. Für eine erfolgreiche Übernahme bräuchte AMS mindestens 62,5 Prozent der Osram-Aktien.

Die Übernahmeangebotsfrist des Münchener Lichtkonzerns Osram läuft am heutigen Dienstagabend um 24:00 Uhr ab. Schon seit Tagen ist die Spannung groß, ob dem österreichischen Halbleiterhersteller AMS die milliardenschwere Übernahme gelingt. Mit einem Ergebnis wird aufgrund des Feiertages erst am Freitag gerechnet.

AMS fehlen noch rund 40 Prozent der Osram-Anteile

Für eine erfolgreiche Übernahme benötigt AMS mindestens 62,5 Prozent der Osram-Anteile. Wie eine Sprecherin am Dienstagmittag mitteilte, besitzt AMS derzeit 25,1 Prozent. AMS halte bereits 15 Prozent der Osram-Aktien, weitere zehn Prozent seien dem Unternehmen inzwischen angedient worden. AMS hat Ende der vergangenen Woche das Übernahmeangebot von 38,50 Euro auf 41 Euro pro Aktie aufgestockt.
Zwar fehlt AMS noch ein beachtlicher Part der Anteile, allerdings entscheiden sich institutionelle Investoren typischerweise erst kurz vor der Ablauf der Angebotsfrist.

AMS-Konkurrent Bain gibt sich offenbar geschlagen

Das Angebot der US-Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle in Höhe von 35 Euro je Aktie läuft ebenfalls am Dienstag aus. Der zweitgrößte Osram-Aktionär, die Allianz-Tochter AGI, will seine Anteile an AMS verkaufen. Das Angebot der US-Finanzinvestoren hatte AGI sofort als zu niedrig abgelehnt.

Bain hatte mit der Investmentgesellschaft Advent ein weiteres Angebot angekündigt, seitdem ist aber nichts mehr geschehen. Aus Finanzkreisen hieß es, die Finanzierung stehe nicht und die Investoren hätten die Prüfung der Osram-Bücher noch nicht abgeschlossen. Die Osram-Aktie gab daraufhin bis zum Mittag um bis zu zwei Prozent nach.

IG Metall sieht Übernahme kritisch

Die IG Metall und der Osram-Betriebsrat lehnen eine Übernahme durch AMS ab. Sie befürchten eine Zerschlagung des Münchener Traditionsunternehmens verbunden mit massivem Personalabbau. Die IG Metall erklärte am Montag, dass die Übernahme Osrams durch AMS die "Existenz des gesamten, dann hoch verschuldeten, neuen Unternehmens" gefährde.