Umsatz und Ergebnis ziehen an "American Idol" beflügelt RTL

Stand: 29.08.2018, 08:46 Uhr

Die Rückkehr der von der Tochter FremantleMedia produzierten Show "American Idol" hat den TV-Konzern RTL im zweiten Quartal angetrieben. Die Aktionäre sind begeistert.

Die im MDax notierten Aktien von RTL legen am Morgen um knapp acht Prozent zu und sind damit die stärksten Werte in dem Index. Die Rückkehr der Show "American Idol" und starker TV-Sendergeschäfte in den Niederlanden und Frankreich hat das schwache TV-Geschäft in Deutschland mehr als ausgleichen können.

So ist der Konzernzumsatz im zweiten Quartal um 3,6 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro gestiegen, wie die Bertelsmann-Tochter am Morgen mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um knapp fünf Prozent auf 379 Millionen Euro zu. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen.

Jahresprognose betstätigt

Zudem bestätigte der Konzern die Prognose für 2018. Danach soll der Umsatz im laufenden Jahr um 2,5 bis 5 Prozent steigen - dabei sind die Auswirkungen von Wechselkursschwankungen ausgeklammert. RTL spürt den starken Euro vor allem bei der Produktionstochter Fremantle, die in London sitzt und viel Geschäft in den USA macht. Als operatives Ergebnis wird - bereinigt um einen positiven Sondereffekt im Vorjahr - nach wie vor ein Wert auf dem Niveau von 2017 erwartet.

Bertelsmann hält nach einer Platzierung von Anteilen vor rund fünf Jahren noch etwas mehr als 75 Prozent der Anteile. Vor dem Börsengang in Frankfurt waren die Aktien nur in Brüssel und Luxemburg notiert. Seit der Platzierung Ende April 2013 stieg der Börsenwert von RTL um knapp 16 Prozent auf zuletzt fast zehn Milliarden Euro. Mit der Entwicklung hinkte das RTL-Papier dem MDax deutlich hinterher.

Sind die Sorgen übertrieben?

Seit ihrem Hoch 2014 hat die Aktie unter hohen Schwankungen gut ein Drittel an Wert eingebüßt. Damit schneidet sie aber besser ab als die Anteile des Konkurrenten ProSiebenSat.1: Sie büßten im gleichen Zeitraum die Hälfte ihres Wertes ein.

Daniel Kerven, Analyst bei JPMorgan, hält die Ängste der Anleger für übertrieben. Er hat das Kursziel für RTL von 81 auf 80 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Overweight" belassen. Die europäischen Fernsehkonzerne seien günstig bewertet, die strukturellen Sorgen übertrieben, und die Chancen durch Fusionen und Übernahmen würden unterschätzt. Bei RTL habe er indes die Schätzungen für die Werbeeinnahmen in Deutschland sowie das operative Ergebnis (Ebita) leicht gesenkt.

lg