AMD Prozessoren Opteron und Athlon II.

Trotz Konjunkturängsten AMD mit Rekordquartal

Stand: 30.01.2019, 14:01 Uhr

Wer hätte das gedacht? Während Chiphersteller wie Nvidia unter der schwächelnden Konjunktur ächzen und ihre Prognosen kassieren müssen, überraschte AMD im abgelaufenen vierten Quartal mit einem Rekordergebnis. Wie war das möglich?

Das Unternehmen ist offenbar hervorragend aufgestellt und hat Konkurrenten, allen voran dem Marktführer Intel, Marktanteile weggenommen. Das Ergebnis dieser Politik kann sich sehen lassen: Das Unternehmen meldete für das vierte Quartal eine Brutto-Marge von 38 Prozent gegenüber 34 Prozent im Vorjahr. Dabei ist unter dem Strich ein Überschuss von 38 Millionen Dollar angefallen, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 19 Millionen angefallen war.

Auch auf Sicht des Gesamtjahres ist es für AMD sehr gut gelaufen. Der Umsatz stieg um 23 Prozent auf 6,48 Milliarden Dollar. Das Betriebsergebnis (operating income) schnellte gar von 127 Millionen auf nun 451 Millionen Dollar hoch. Das ist deutlich mehr als Analysten erwartet hatten.

Glänzende Aussichten

Und die Aussichten für dieses Jahr sind trotz der sich abschwächenden Weltwirtschaft hervorragend. So erwartet AMD eine bereinigte Bruttomarge von über 41 Prozent, also drei Prozentpunkte mehr als 2018. Das wäre das höchste Niveau seit fast acht Jahren.

"AMD ist sehr gut aufgestellt, weiterhin Marktanteile von Unternehmen wie Intel besonders im hochmargigen Servermarkt zu erobern", sagte Experte Kinngai Chan von der Summit Insight Group. Auch Analysten zeigten sich beeindruckt. So hat JPMorgan den fairen Wert der AMD-Aktie um zwei Dollar auf 20 Dollar angehoben, die Einstufung aber auf neutral belassen.

Branche steht vor Umwälzungen

ATI Radeon-Chip von AMD auf Grafikkarte (Quelle: Unternehmen)

AMD ATI Radeon_512.

An der Börse kommen die Zahlen gut an. Im vorbörslichen Handel an der New Yorker Wall Street wird die AMD-Aktie gut zehn Prozent höher erwartet. Von ihrem Hoch im September ist das Papier aber noch gut ein Drittel entfernt.

Vor welchen Umwälzungen die Branche steht, zeigen auch die Kaufpläne von Intel. Um seinen Platz als weltgrößter Chiphersteller zu behaupten, bietet Intel einem Medienbericht zufolge 5,5 bis sechs Milliarden Dollar in bar und in Aktien für das israelische Chipunternehmen Mellanox.

Ein Kaufpreis von sechs Milliarden bedeute einen Aufschlag von 35 Prozent zum letzten Schlusskurs an der Nasdaq, teilte der Finanzdienst Calcalist auf seiner Internetseite mit. Beide Firmen wollten sich nicht dazu äußern. Mellanox produziert sowohl Chips als auch Hardware für Rechenzentrumserver.

lg