Whole Foods Market-Shop in Los Angeles, USA
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Walmart im Visier Amazon verschärft den Preiskampf

Stand: 25.08.2017, 07:59 Uhr

Der Online-Gigant Amazon will nun auch den stationären Handel aufmischen. Das gefällt den Aktien der Konkurrenz gar nicht gut.

Nach der Übernahme der amerikanischen Supermarktkette Whole Foods Market verschärft Amazon den Preiskampf nun auch beim Offline-Shopping. Der Onlinehändler kündigte Preissenkungen für verschiedene Bio-Produkte an. Amazon hatte erst vor kurzem die Mehrheit an Whole Foods für 13,7 Milliarden Dollar übernommen.

Whole Foods wurde bisher in der Branche wegen seiner im Branchenvergleich hohen Preise bisher auch despektierlich "Whole Paycheck" genannt.

Bisher war der Online-Riese bereits mit seinem Lieferdienst "Amazon Fresh" in ausgewählten Metropolen aktiv.

Kroger und Walmart leiden

Die neue Strategie, die mit der bisherigen Hochpreispolitik offenbar brechen will, hinterließ bei den Aktien der Konkurrenz deutliche Spuren. Die Papiere von Kroger, des größten Betreibers von Supermärkten in den USA, fielen an der New Yorker Börse um 8,1 Prozent auf 21,10 Dollar. Damit entfernten sie sich weiter von ihrem Allzeithoch bei rund 42 Dollar.

Die Anteilsscheine des weltweit größten Einzelhändlers Walmart gaben immerhin noch um 2,0 Prozent auf 78,34 Dollar nach. Walmart sieht sich auf seinem Heimatmarkt nicht nur der verstärkten Konkurrenz von Amazon gegenüber. Auch die Konkurrenz des amerikanischen Ablegers von Aldi-Süd hat zuletzt sein Expansionstempo deutlich verschärft. Seit dem vergangenen Jahr ist der deutsche Konzern auch an der Westküste aktiv und kommt dadurch nun landesweit auf über 1.600 Filialen. Zudem plant der Discounter, in den kommenden fünf Jahren insgesamt fünf Milliarden Dollar zu investieren und rund 900 weitere Filialen zu eröffnen.

Aldi und Lidl forcieren US-Expansion

Der Konkurrent Lidl ist seit kurzem ebenfalls an der amerikanischen Ostküste mit mehr als 20 Filialen präsent. Die Zahl soll weiter rasch steigen.

Google Home

Google Home. | Bildquelle: Google

Erst am Mittwoch hatte sich Walmart mit Google im Kampf gegen Amazon verbündet. Verbraucher sollen künftig schneller und vor allem bequemer beliefert werden. Dabei soll unter anderem die künstliche Intelligenz des sprachgesteuerten Lautsprechers Google Home zum Einsatz kommen, über den Walmart-Kunden per Sprachbefehl Waren bestellen können.

Index-Aufnahme für Amazon

Die Amazon-Aktie reagierte kaum auf die Nachrichten. Seit dem Erreichen des Allzeithochs bei mehr als 900 Dollar hat das Papier mehr als 100 Dollar eingebüßt. Immerhin wurde nach Börsenschluss bekannt, dass die Aktie in den Index S&P 100 aufgenommen wird.

ME

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