Amazon-Gründer Jeff Bezos
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Einstieg ins Essensliefergeschäft Amazon macht Delivery Hero Angst

Stand: 17.05.2019, 16:43 Uhr

Bei den Essensauslieferern werden die (Menü-)Karten neu gemischt. Der Online-Gigant Amazon steigt in das boomende Geschäft ein und beteiligt sich am Bringdienst Deliveroo. Prompt geraten die Aktien der Deliveroo-Rivalen unter Druck.

Die Titel von Delivery Hero rutschen am Freitag um über vier Prozent ab und zählen zu den größten MDax-Verlierern. Noch härter erwischt es die Aktien der Lieferando-Mutter Takeaway, die an der Euronext um 6,5 Prozent absacken. Die Papiere von Just Eat brechen gar an der Londoner Börse um elf Prozent ein.

Experten befürchten, dass mit Amazon nun die Konkurrenz auf dem Essensliefergeschäft zunimmt. Der Preisdruck könnte größer werden, was wiederum die Margen belasten dürfte, meinen Marktbeobachter.

Finanzspritze von Amazon für Deliveroo

Amazon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.641,80
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+0,45%

Der Internet-Händler Amazon bestätigte, dass er sich an einer 575 Millionen Dollar schweren Finanzierungsrunde für den britischen Bringdienst Deliveroo beteilige. Auch die Altaktionäre von Deliveroo, die Investoren T. Rowe Price, Fidelity und Research Company, hätten zusätzliches Geld gegeben. Mithilfe der Finanzspritze soll Deliveroo weiter expandieren. Die Nutzer sollten künftig noch mehr Auswahlmöglichkeiten angeboten bekommen, die besser auf den individuellen Geschmack zugeschnitten seien, kündigte Deliveroo-Gründer und Unternehmenschef Will Shu an.

Deliveroo ist in 14 Ländern aktiv, darunter auch in Deutschland. Er hat nach eigenen Angaben 60.000 Fahrradkuriere unter Vertrag, die Menüs aus 80.000 Restaurants ins Haus liefern. In Deutschland konkurriert Deliveroo mit Takeaway (Lieferando). In Australien, Frankreich, Italien, Spanien und Irland steht Deliveroo im Wettbewerb mit Just Eat. In Hongkong, Singapur, Kuwait und den Vereinigen Arabischen Emiraten ist Delivery Hero ein starker Konkurrent.

Wird die Konkurrenz größer?

Über den Einstieg von Amazon in den Markt war lange Zeit spekuliert worden. Bislang jedoch gelang es dem Online-Händler nicht, in Großbritannien einen Lieferdienst aufzubauen. Neben Amazon mischt auch Uber im Essensliefergeschäft mit. Der Fahrdienst hat mit Uber Eats einen eigenen Lieferdienst aufgebaut. Angeblich hatte Uber Mitte vergangenen Jahres auch ein Auge auf Deliveroo geworfen.

nb