Jeff Bezos, Amazon-Chef schaut nach oben

Das reichste Ex-Ehepaar der Welt Amazon immer teurer, Bezos immer reicher

Stand: 07.07.2020, 10:06 Uhr

Dass der Onlinehändler Amazon zu den Gewinnern der Corona-Krise gehört, ist schon lange klar. Die Aktie notiert erstmals über der Marke von 3.000 Dollar. Das macht nicht nur die Anleger glücklich, auch Jeff Bezos und seine Exfrau haben Grund zum Jubeln.

Allein in den vergangenen sechs Monaten kletterte die Aktie des Onlinehändlers und Cloud-Computing-Konzerns um mehr als 60 Prozent. Wer etwas länger investiert ist, der darf sich auf Sicht von drei Jahren über ein Plus von rund 216 Prozent freuen. Im Oktober 2017 waren die Titel mit weniger als 1.000 Dollar aus heutiger Sicht also vergleichsweise billig. Gestern erreichten Amazon einen Höchststand bei 3.059,88 Dollar.

Amazon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
2.604,00
Differenz relativ
-6,03%

Cloud Computing nicht vergessen

Das muss noch nicht das Ende der Gewinnsträhne sein. Analysten und Marktbeobachter sind sich einig, dass Amazon, zusammen mit vielen anderen Technologietiteln, zu den Gewinnern der Corona-Pandemie gehört.

So sieht etwa Analyst Mark Mahaney vom Analysehaus RBC das Kursziel für Amazon aktuell bei 3.300 Dollar. Der Handelsgigant sei dafür gerüstet, ein struktureller Gewinner zu sein, schreibt Mahaney. In der Viruskrise beschleunige sich die Akzeptanz für den Einkauf im Internet. Aber auch das zweite Standbein, das Segment Cloud Computing, profitiert natürlich massiv von der frischen Welle der Digitalisierung.

Amazon Web Services

Amazon Web Services: Auch hier werden Milliarden gemacht. | Bildquelle: Model Foto: colourbox.de

Beide Bezos leben ohne finanzielle Sorgen

Und wenn es bei Amazon läuft, dann läuft es auch bei Jeff Bezos, der rund elf Prozent Anteil am Unternehmen halten soll. Die deutlichen Kursgewinne sorgen dafür, dass das Vermögen des reichsten Mannes dieses Planeten scheinbar unaufhaltsam wächst. Mittlerweile hat es die Marke von 180 Milliarden Dollar deutlich übersprungen.

Damit könnte Bezos den gesamten Etat des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales im Jahr 2020 übernehmen, der bei rund 158 Milliarden Euro liegt. Anschließend hätte er immer noch einen zweistelligen Milliardenbetrag übrig zum Verjubeln.  

Jeff und Frau MacKenzie Bezos

Jeff und Ex-Frau MacKenzie Bezos: Der Entrepreneur und die Autorin. | Bildquelle: Imago

Auch seine Ex-Frau MacKenzie Bezos darf sich freuen, denn da sie nach der Scheidung ein riesiges Aktienpaket von Amazon erhalten hat, wird die Romanautorin ebenfalls immer reicher. Laut "Forbes" überschrieb ihr Ex-Gatte ihr vier Prozent des Unternehmens. Ihr aktuelles Vermögen liegt nun bei mehr als 60 Milliarden Dollar, was sie zur zweitreichsten Frau der Welt macht. Bezos wird es verkraften, denn mittlerweile ist er reicher als vor der Scheidung.       

Rekordwelle an der Nasdaq

Nicht nur Amazon saugt es nach oben, die gesamte Techbranche erlebt glückliche Zeiten. Nicht nur Amazon, auch Apple, Microsoft, Tesla, Netflix, Paypal und Zoom erreichten Höchstmarken. In den kommenden Tagen beginnt die US-Berichtssaison, dann werden harte Zahlen die Kurse untermauern müssen.

Was macht die Cloud so interessant?

Cloud-Anbieter stellen den Unternehmen oder Privatpersonen per Vermietung Rechenkapazitäten und Speicherplatz bereit, auf die sie über das Internet zugreifen können. Die Daten werden praktisch über eine bestimmte Software auf den Server eines Cloud-Anbieters hochgeladen und können dort auch wieder abgerufen werden. Es ist also so etwas wie eine Plattform für die IT-Abteilung. Für die Unternehmen besteht der Charme dieser Lösung darin, dass sie flexibler sind und Kosten sparen für die Pflege und Unterhaltung von eigenen Rechenzentren. Die Anbieter hingegen können mit langfristig planbaren Einnahmen rechnen.

ts