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Schwächt sich das Wachstum ab? Amazon-Rekordgewinn ist der Börse nicht genug

Stand: 01.02.2019, 09:04 Uhr

Der Internet-Gigant Amazon muss den überbordenden Erwartungen der Börse Tribut zollen. Die Aktie fällt, trotz eigentlich hervorragender Geschäfte zu Weihnachten.

Amazon hat im Weihnachtsquartal seinen Umsatz um knapp 20 Prozent auf ein Rekordniveau von 72,4 Milliarden Dollar in die Höhe schrauben können. Dennoch war das das niedrigste Wachstum in einem Quartal seit Anfang 2016. Immerhin wurden die Vorhersagen der Analysten geschlagen.

Der Nettogewinn legte um fast 60 Prozent auf 3,0 Milliarden Dollar zu. Das Gewinnwachstum wäre noch höher ausgefallen, hätte Amazon im Vorjahr nicht von einem Steuervorteil von fast 800 Millionen Euro profitiert.

Amazons Web-Plattform AWS, die Cloud-Services an Firmen verkauft, erhöhte die Einnahmen um 45 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar. Konkurrent Microsoft hatte einen Tag vorher über eine abnehmende Wachstumsdynamik bei seinem Cloud-Diensten berichtet.

Im gesamten Geschäftsjahr 2018 legte Amazon ebenfalls kräftig zu: Der Umsatz kletterte um 31 Prozent auf 232,9 Milliarden Dollar. Damit erreicht Amazon mittlerweile knapp die Hälfte des Umsatzes des Handelsgiganten Walmart. Der Überschuss stieg von 3,0 Milliarden auf 10,1 Milliarden Dollar.

Prognose nicht gut genug

Im laufenden ersten Quartal will Amazon 56 bis 60 Milliarden Dollar umsetzen. Das entspräche "nur" noch einem Plus von 10 bis 18 Prozent und weniger als von Analysten erwartet. Das operative Ergebnis soll zwischen 2,3 Milliarden und 3,3 Milliarden Dollar erreichen.

Gegenwind gibt es insbesondere im internationalen Geschäft. Sorgen bereitet vor allem Indien, wo neue Auflagen für Internethändler aus dem Ausland Amazons Expansion erschweren. Ausländische Investoren wie Amazon und Walmart dürfen nun über ihre Internetplattformen nur noch Produkte verkaufen, an denen sie nicht beteiligt sind. Dazu gehören beispielsweise auch die "Echo"-Geräte mit mit der Sprachassistentin Alexa.

Die Amazon-Aktie brach im nachbörslichen Handel um 4,9 Prozent auf 1.635 Dollar ein. Damit notiert das Papier inzwischen rund 20 Prozent unter dem Allzeithoch aus dem vergangenen Herbst.

ME

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