Jeff Bezos

Eine Cloud für das US-Verteidigungsministerium Amazon und Microsoft: Kampf um Pentagon-Auftrag

Stand: 24.11.2019, 10:51 Uhr

Amazon geht gerichtlich gegen die Vergabe eines milliardenschweren Cloud-Computing-Auftrags des Pentagons an Microsoft vor. Gab es politischen Einfluss? US-Präsident Trump gilt nicht als Freund von Jeff Bezos – und umgekehrt.

Ein Amazon-Sprecher bestätigte, Amazon habe wegen der umstrittenen Auftragsvergabe Klage eingereicht. Im Vergabeverfahren habe es "klare Mängel, Fehler und unverkennbare Voreingenommenheit" gegeben. Die Vergabe von Regierungsaufträgen müsse "frei von politischem Einfluss" geschehen. US-Präsident Donald Trump übt regelmäßig scharfe Kritik an Amazon-Chef Jeff Bezos. Bezos gehört auch die "Washington Post", die kritisch über Trump berichtet.

Tech-Riesen buhlen um Pentagon-Gunst

Das Pentagon hatte Ende Oktober mitgeteilt, dass der Cloud-Computing-Auftrag an Microsoft gehen werde. Im Vertrag ist eine Obergrenze von bis zu umgerechnet rund neun Milliarden Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren festgeschrieben, wie das Pentagon damals mitteilte. Fest vereinbart seien aber zunächst umgerechnet rund 900 000 Euro innerhalb von zwei Jahren. Im Rahmen des Vertrags werde sich Microsoft "entscheidenden und dringenden" Anforderungen an die moderne Cloud-Infrastruktur des Pentagons annehmen.

Um den Auftrag hatte sich unter anderem auch Amazon beworben. Der weltgrößte Online-Händler galt lange als Favorit im Rennen um den Zuschlag. Nach der Vergabe hatte Amazon-Sprecher Drew Herdener sich überrascht gezeigt. Amazon Web Services sei der klare Marktführer im Cloud Computing, und eine detaillierte Bewertung der Angebote führe eindeutig zu einem anderen Schluss.

Das Pentagon hatte das Vergabeverfahren dagegen als "fair" bezeichnet. Experten hatten erwartet, dass Amazon das Ergebnis vor Gericht anfechten wird.

dpa