Spotify

Streamingbranche im Umbruch Amazon greift Spotify an

Stand: 19.11.2019, 09:01 Uhr

In der Streaming-Welt hat sich in letzter Zeit Einiges getan. Sowohl beim Musik als auch beim Videostreaming kommen immer neue Anbieter auf den Markt und versuchen den Konkurrenzkampf zu gewinnen.

Einmal mehr bringt der E-Commerce-Gigant Amazon einen Konkurrenten in Bedrängnis. Der Konzern mit Sitz in Seattle startet ein kostenfreies Musik-Streamingangebot, welches auch auf Smartphones und Tablets verfügbar ist. Dadurch gerät vor allem der schwedische Anbieter Spotify unter Druck. Dessen Aktie büßte am Dienstag aufgrund der Ankündigung Amazons um bis zu fünf Prozent ein. Mittlerweile haben die Titel wieder leicht ins Plus gedreht.

Bei Spotify abgeschaut

Der neue Dienst steht in der Amazon-Musik-App allen Geräten mit den Betriebssystemen Android, iOS oder FireTV bereit. Ganz neu ist Amazon-Music aber nicht - den Dienst gab es schon vorher, allerdings gab es kein kostenfreies Angebot.

Amazons Vorgehen ist klug gewählt. Der Konzern übernimmt lediglich ein bewährtes Konzept. Mit dem neuen Angebot verfolgt der Konzern dabei eine ähnliche Strategie wie Spotify: Die Finanzierung des kostenlosen Angebots wird durch Werbung gesichert. Zudem gibt es mehrere Stufen der kostenpflichtigen Variante.

Konkurrenz für Spotify wächst

Amazons jüngster Vorstoß ist eine Kampfansage an den Platzhirsch Spotify in der Branche. Spotify kommt derzeit weltweit auf 248 Millionen Nutzer, darunter sind 113 Millionen Hörer, die für den Dienst bezahlen und somit einige Vorteile gegenüber dem kostenfreien Angebot genießen können.

Musikstreaming ist ein sehr begehrter Markt mit einem enormen Potenzial. Goldman Sachs erwartet, dass die Kunden im Jahr 2030 insgesamt 41 Milliarden Dollar für Musik ausgeben werden. 34 Milliarden davon sollen auf die Streaming-Branche entfallen.

Am Sonntag berichtete die "Financial Times", dass ByteDance, eine chinesische Firma, der die beliebte Video-App TikTok gehört, Gerüchten zufolge ebenfalls einen eigenen Streaming-Dienst plant.

Nicht nur Musikstreaming boomt

Nicht nur die Musikstreaming-Dienste sind großer Konkurrenz ausgesetzt, auch in der Videostreaming-Branche gibt es immer mehr Anbieter. So kündigten jüngst Apple und Disney an, ihren eigenen Streaming-Dienst auf den Markt zu bringen und somit dem größten Anbieter Netflix das Leben schwer zu machen.

ms