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Wachstum ist teuer Amazon-Gewinn bricht ein

Stand: 25.10.2019, 06:59 Uhr

Amazon fällt an der Börse in Ungnade: Trotz eines hohen Expansionstempos fällt die Aktie. Denn der Internetriese muss ziemlich viel Geld in die Hand nehmen.

Der Konzern aus Seattle konnte seinen Umsatz im dritten Quartal um 24 Prozent auf 70 Milliarden Dollar in die Höhe schrauben. Analysten hatten nur mit knapp 69 Milliarden Dollar gerechnet. Zu der positiven Umsatzentwicklung dürfte die auf dem Heimatmarkt eingeführte Standard-Versanddauer von einem Tag für zahlende Prime-Mitglieder beigetragen haben. Zuvor hatte die gewöhnliche Versanddauer bei zwei Tagen gelegen.

Doch genau solche Verbesserungen des Services für die Kunden kostet eben viel Geld. Durch hohe Ausgaben sank der Nettogewinn um 28 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar. Analysten hatten eine deutlich gewinnträchtigere Entwicklung erwartet. Es war das erste Mal seit dem Jahr 2017, dass Amazons Quartalsgewinn im Jahresvergleich sank.

Für Anleger ungewohnt

Im Vorquartal hatte Amazon zwar noch nicht einen Gewinnrückgang verbucht, aber bereits über stark steigende Kosten berichtet. An die zuvor vier Rekordquartale in Folge konnte Amazon mit dem Ergebnis natürlich auch nicht anknüpfen.

Das lukrative Cloud-Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet expandierte zwar weiter stark, doch war das Wachstum schon mal höher. Im jüngsten Quartal stiegen die Einnahmen der Web-Plattform AWS, die Cloud-Services an Firmen verkauft, um 35 Prozent auf knapp neun Milliarden Dollar. Das war die niedrigste Wachstumsrate in diesen Bereich seit mindestens 2014, als Amazon erstmals die Finanzergebnisse von AWS veröffentlichte. Konkurrent Microsoft hatte zuletzt von einem Wachstum seines Cloud-Geschäfts Azure von 59 Prozent berichtet.

Gute Prognose nicht gut genug

Amazon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Für das Weihnachtsquartal ist das Unternehmen an sich sehr optimistisch. Der Umsatz soll zwischen 80 und 86,5 Milliarden Dollar erreichen. Allerdings hatten Analysten im Schnitt mit 87,4 Milliarden Dollar gerechnet. Möglicherweise macht sich hier die steigende Konkurrenz durch den weltgrößten Einzelhändler Walmart negativ bemerkbar. Denn der reagiert auf die Konkurrenz durch Amazon mit einem kräftigen Ausbau des eigenen Online-Geschäfts.

Die Amazon-Aktie rutsche im nachbörslichen Handel um 6,8 Prozent auf 1.660,50 Dollar ab. Das ist der niedrigste Stand seit März.

ME