Gin von Amazon

Voll im Trend Gin: Amazons nächstes großes Ding?

Stand: 24.10.2019, 14:20 Uhr

Jeff Bezos interessiert sich auch für die analoge Welt, aber mit Alkohol brachte man den Multimilliardär bislang nicht in Verbindung: Amazon produziert jetzt auch Gin. Harten Stoff für harte Kerle haben auch andere Bosse und Prominente im Angebot.

Tesla-Chef Elon Musk will mit "Teslaquila" hochprozentigen Schnaps unters Volk bringen und ärgert damit die mexikanischen Tequila-Macher. Auch der Schauspieler George Clooney hat sich vor einigen Jahren ausgiebig mit Tequila befasst und zusammen mit seinem Partner Rande Gerber, dem Ehemann von Model Cindy Crawford, die Tequila-Marke "Casamigos" geschaffen. Ein Milliardengeschäft: Der Spirituosenkonzern Diageo übernahm den ganzen Laden 2017 für rund eine Milliarde Dollar.

Elon Musk und der Teslaquila

Elon Musk und der Teslaquila. | Bildquelle: picture alliance / AP photo, E. Musk, Montage: boerse.ARD.de

Hohe Wachstumsraten versprechen satte Profite

Amazon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Jetzt steigt Amazon in das Spirituosen-Geschäft ein. Ab sofort bietet der Onlinehändler zunächst in Deutschland, Frankreich und Großbritannien die eigene Gin-Marke Tovess an. Damit könnte Jeff Bezos neue Hausmarke genau den Zeitgeist treffen, denn Gin und Gin Tonic sind derzeit echte Modegetränke an Deutschlands Bartresen.  

Weltweit wird der Gin-Umsatz knapp 12,4 Milliarden Euro betragen. Aktuellen Prognosen zufolge dürften es im Jahr 2023 bereits etwa 14,7 Milliarden Euro sein.

Und nicht nur Gin ist beliebt, der gesamte Spirituosenmarkt boomt: Weltweit legt der Umsatz kräftig zu. Schätzungen zufolge sollen die Kunden allein für Whisky in vier Jahren 100 Milliarden Dollar ausgeben, nach 55 Milliarden Dollar im Jahr 2010. Doch auch Wodka, Rum und Tequila erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Amazon interessiert sich für Lebensmittel

Es leuchtet ein, dass sich der Online-Händler ein Stück vom Kuchen abschneiden will. Genug Kapital, um so ziemlich jedes globale Geschäft aufzumischen, ist vorhanden. Auch über die entsprechende Marktmacht verfügt Amazon locker. Und dass Jeff Bezos den Willen hat, sein Geschäftsmodell so weit wie möglich auszudehnen, hat sich ebenfalls herumgesprochen. Insbesondere das Lebensmittelgeschäft hat der mit rund 110 Milliarden Dollar gesegnete reichste Mann der Welt schon seit längerem im Visier.

Jeff Bezos, Amazon

Jeff Bezos versorgt uns künftig auch mit Gin. | Bildquelle: Unternehmen

Vor rund zweieinhalb Jahren übernahm Amazon die Bio-Kette Whole Foods, mit Amazon Fresh können sich die Kunden in ausgewählten Städten hierzulande auch Lebensmittel senden lassen. Sogar am Supermarkt der Zukunft wird längst gearbeitet. Kassen werden dann der Vergangenheit angehören.

ts