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Hohe Ausgaben bremsen Gewinnanstieg Amazon liefert schwache Zahlen

Stand: 26.07.2019, 17:57 Uhr

Kalte Dusche von Amazon: Der weltgrößte Online-Händler hat nicht an die glänzenden Zahlen der Vorquartale anknüpfen können. Wegen hoher Kosten sprudelten die Gewinne im zweiten Quartal nicht mehr so kräftig.

Der Überschuss stieg in den Monaten von April bis Ende Juni nur um vier Prozent auf auf 2,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 5,22 Dollar je Aktie. Das war deutlich weniger als erwartet. Analysten hatten mit 5,56 Dollar je Aktie gerechnet.

Grund für die geringere Gewinndynamik war ein starker Anstieg der Ausgaben. Die Kosten erhöhten sich wegen hoher Logistik-Investitionen um 21 Prozent auf 60,3 Milliarden Dollar. Der Konzern hatte zuvor bereits angekündigt, im zweiten Quartal 800 Millionen Dollar für den Ausbau der Lieferlogistik in die Hand zu nehmen. Amazon will Zustellungen innerhalb von 24 Stunden für Kunden seines "Prime"-Services zum Standard machen - zunächst in Nordamerika und dann weltweit. Für diesen logistischen Kraftakt sind allerdings erst einmal hohe Investitionen erforderlich.

Cloud-Boom treibt den Umsatz

Beim Umsatz wuchs Amazon freilich stärker als von Experten prognostiziert. Die Erlöse kletterten um 20 Prozent auf 63,4 Milliarden Dollar. Analysten hatten lediglich 62,5 Milliarden Dollar vorhergesagt.

Vor allem die florierenden Cloud-Dienste trieben den Online-Händler an. Amazons gefragte Web-Plattform AWS, die Cloud-Services an Firmen verkauft, steigerte die Einnahmen um 38 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar. Auch das war jedoch trotz des starken Anstiegs deutlich weniger als von Experten erwartet.

Trüber Ausblick

Auch der Ausblick auf das dritte Quartal fiel ernüchternd aus. Amazon stellte lediglich einen Gewinn zwischen 2,1 Milliarden und 3,1 Milliarden Dollar in Aussicht - Analysten hatten mit deutlich mehr gerechnet. Das wäre ein Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal. Damals hatte Amazon 3,7 Milliarden Dollar verdient. Beim Umsatz peilt der Online-Händler im laufenden Vierteljahr einen Anstieg auf 66 Milliarden bis 70 Milliarden Dollar an.

Anleger reagierten enttäuscht und ließen die Aktie nachbörslich um gut zwei Prozent fallen. Der Kurs hat seit Jahresbeginn allerdings auch schon um mehr als 30 Prozent zugelegt, so dass die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen günstig scheint.

nb