Amazon Sportswear
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Konkurrenz für Nike, Adidas & Co. Amazon als Sportmarke?

Stand: 18.10.2017, 11:14 Uhr

Der Internet-Gigant gilt inzwischen als "meistgefürchtetes Unternehmen" der Welt. Das lässt Amazon derzeit die Sportartikel-Branche spüren. Laut einem Medienbericht will man nun den Sektor aufmischen.

Die Meldung, die die Nachrichtenagentur Bloomberg Ende vergangener Woche kolportierte, ließ die Aktien der Branchenvertreter kurzzeitig nach unten rucken: Under Armour, Lululemon und sogar Nike-Papiere kamen im Freitagshandel unter Druck, erholten sich danach aber wieder.

Auftragsfertiger stehen bereit

Die Spekulation von Bloomberg hat es in sich und basiert auf einigen Informationen, nach denen Amazon beim Aufbau einer eigenen Sportmarke schon weit fortgeschritten ist. Danach hat der Konzern bereits mit den Auftragsfertigern in Taiwan Makalot und Eclat die Grundlagen für eine Produktion gelegt. Beide Firmen stellen auch für den US-Rivalen Nike Sport-Equipment her.

Auch auf der personellen Seite scheint sich Amazon ebenfalls schon für einen bevorstehenden Produktionsstart gerüstet zu haben: Neuzugang Kirsten K. Harris hat bereits für die Mitbewerber Eddie Bauer und Nike als Produktmanagerin gearbeitet. Bei Amazon ist sie nun für den Bereich "Amazon Active Apparel" verantwortlich.

Trend zur Online-Order - auch bei Bekleidung

Der Schritt zur Herstellung eigener Produkte, die auf der Amazon-Plattform häufig geordert werden, scheint aus Sicht des Unternehmens logisch. Laut Bloomberg wurden 2016 rund 19 Prozent aller Bekleidungsartikel online bestellt, vor sechs Jahren machten Internet-Bestellungen nur elf Prozent aus.

Und Amazon ist beileibe kein Neuling bei Mode- und Sportartikeln. Unter den Marken "Find" und "Paris Sunday" können Kunden bereits jetzt Modearikel über die Plattform bestellen, die auch "made by Amazon" sind.

Der Expansionsdrang des Internet-Unternehmen in die "Offline-Welt" bringt Unternehmen verschiedenster Branchen in die Defensive. Mit seiner intelligenten "Alexa"-Software" ist es für den Konzeren ein leichtes, Kundenwünsche in die "richtige" Richtung zu lenken.

Amazon, die größte Bedrohung

Laut einer aktuellen Auswertung des Statistikportals Statista hat Amazon den Konkurrenten Google inzwischen als "meistgefürchtetes Unternehmen" der Welt abgelöst. Dabei wird die Zahl der Erwähnungen eines konkurrierenden Unternehmens in öffentlichen Telefonkonferenzen zugrunde gelegt. Mehr als 2.000 Mal wurde Amazon bereits im laufenden Jahr in solchen Meetings erwähnt, Google lag nur bei 1.500 Erwähnungen. Für viele Firmen ist Amazon offenbar die größte Bedrohung.

AB