Alphabet

Alphabet verdient viel mehr

Stand: 30.10.2020, 08:57 Uhr

Die Geschäfte der Google-Mutter Alphabet laufen wieder rund. Die Aktien des Konzerns machen einen Freudensprung.

Der kalifornische Konzern profitierte im dritten Quartal von boomenden Werbeeinnahmen und einem starken Cloud-Geschäft. Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 46,2 Millionen Dollar. Noch stärker war der Zuwachs im Vergleich zum zweiten Quartal mit knapp 21 Prozent. Von April bis Juni hatten Alphabets Geschäfts wegen der Pandemie sichtbar gelitten, weil wegen des Shutdowns in zahlreichen Ländern rund um den Globus weniger Werbung geschaltet worden war.

Das Nettoergebnis schoss im Jahresvergleich um fast 60 Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar in die Höhe, wie der Internet-Gigant am Donnerstag nach Börsenschluss in Mountain View mitteilte.

Das Anzeigengeschäft von Google - Alphabets Haupteinnahmequelle - erlöste von Juli bis September 37,1 Milliarden Dollar und trug damit den größten Anteil zum Umsatz bei. Gut lief es auch für die Video-Tochter Youtube und das Cloud-Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet. Sogar die als "Other Bets" bilanzierten Wetten auf Zukunftstechnologien wie selbstfahrende Autos verbuchten einen beachtlichen Umsatzanstieg.

"Wir hatten ein starkes Quartal", freute sich Konzernchef Sundar Pichai. Alphabets A- und B-Aktien gewannen im nachbörslichen Handel jeweils rund sechs Prozent.

Am Vortag hatte er sich noch neben seinen Facebook- und Twitter-Pendants Mark Zuckerberg und Jack Dorsey im US-Senat rechtfertigen müssen. Wenige Tage vor der US-Wahl beschuldigten Vertreter der republikanischen Partei von Präsident Donald Trump die "Big Tech"-Managern, auf ihren Plattformen konservative Ansichten zu unterdrücken und drohten ihnen mit schärferen Gesetzen.

In der vergangenen Woche hatte zudem das US-Justizministerium eine seit langem erwartete Wettbewerbsklage eingereicht, die Google vorwirft, auf verbotene Weise seine Marktmacht bei der Internetsuche und damit verbundener Werbung zu auszuspielen. Die Quartalszahlen unterstreichen diese Dominanz einmal mehr.

ME/dpa