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Sinkende Cost per Click-Zahlen Alphabet: Anleger sehen rot

Stand: 22.04.2016, 08:27 Uhr

Alphabet, die Holding des Google-Konzerns, hat auch im ersten Quartal Umsatz und Gewinn zweistellig gesteigert. Doch eine wichtige Kennzahl ist gesunken. Grund genug für die Anleger, auf den Verkaufsknopf zu drücken.

Im nachbörslichen New Yorker Handel verlieren die Alphabet-Aktien 5,7 Prozent. Dabei hat das boomende Werbegeschäft dem Konzern ein Umsatzwachstum von 17,4 Prozent beschert, auf 20,26 Milliarden Dollar. Der Gewinn sprang sogar um fast 20 Prozent auf 4,21 Milliarden.

Doch Analysten hatten noch einen Tick mehr erwartet. Alphabet-Finanzchefin Ruth Porat verwies auf Belastungen durch die Dollar-Stärke, die auf die Auslandserlöse drückt. Hinzu kommt ein um 10.000 Mitarbeiter gewachsener Personalbestand sowie die Belastungen aus den zahlreichen Randaktivitäten außerhalb der reinen Suchmaschinensparte.

Gesunkener Durchschnittspreis

Diese sogenannten "Other Bets“, die neben Breitbandgeschäften und dem Thermostat-Anbieter Nest auch die Entwicklung selbstfahrender Autos umfassen, verdoppelten zwar den Umsatz auf 1,66 Milliarden Dollar, vergrößerten gleichzeitig aber auch den operativen Verlust um gut 200 auf 802 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahr.

Für Anleger entscheidend ist jedoch, dass der Durchschnittspreis für Werbeanzeigen (Cost per Click, CPC) um neun Prozent fiel. Das führte dazu, dass zwar 29 Prozent mehr Anzeigen angeklickt wurden, Googles Werbeeinnahmen aber nur um 16 Prozent stiegen auf gut 18 Milliarden Dollar. Die CPC-Zahlen waren auch in den Vorquartalen bereits rückläufig, konnten aber durch die schneller steigenden Werbeeinnahmen mehr als ausgeglichen werden. Das ist nun nicht mehr der Fall.

Smartphone-Nutzer im Visier

Grund für die fallenden Durchschnittspreise für Werbeanzeigen ist die vermehrte Nutzung von Smartphones. Dafür erhält der Konzern weniger Geld, als wenn es ein Klick auf einem Laptop ist. Das räumt Google auch ein. Begründet wird dies mit der Aussage, dass Kunden auf einem PC schneller etwas kaufen als bei der Nutzung eines Smartphone. Dort ist es vielen Nutzern zu mühsam, auf dem kleinen Bildschirm Formulare und Kreditkartennummern auszufüllen.

Finanzchefin Porat deutete an, dass Ausgaben künftig genauer unter die Lupe genommen werden würden.

lg