Versicherer

Vorstandsvorsitzende der Allianz SE, Michael Diekmann

Lob von allen Seiten zum Abschied Allianz: Feierstunde für Diekmann

Stand: 06.05.2015, 15:50 Uhr

Der letzte Arbeitstag von Michael Diekmann nach zwölf Jahren an der Allianz-Spitze hätte kaum besser laufen können: Der Versicherungsriese hat ein blitzblankes Quartal bilanziert, und Diekmann zieht auch persönlich einen positiven Schlussstrich.

Auf der Hauptversammlung in der Münchener Olympiahalle konnte Diekmann durchaus zu Recht sagen: "Dem Unternehmen Allianz geht es unter allen Aspekten gut." Deutschlands größter Versicherungs-Konzern hat mit seinen Ergebnissen zum ersten Quartal überwiegend positiv überrascht. Das Dax-Schwergewicht hatte am Morgen kurz vor Handelsstart Eckdaten zum ersten Quartal 2015 veröffentlicht und sich auch zum Gesamtgeschäftsjahr geäußert.

Ergebnis und Umsatz überraschen positiv

Der Umsatz wurde von Januar bis März von 34,0 auf 37,8 Milliarden Euro gesteigert. Die Analystenprognose hatte im Schnitt bei 35,4 Milliarden Euro gelegen. Auch auf der Ergebnisseite übertraf die Allianz die Erwartungen klar: So stieg das operative Ergebnis von 2,72 auf 2,86 Milliarden Euro, hier hatten die Experten sogar einen leichten Rückgang erwartet.

Unter dem Strich verdiente der Konzern mit 1,82 Milliarden Euro elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Am Markt wäre man bereits mit einem stagnierenden Nettoergebnis zufrieden gewesen.

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Allein die gestiegene Schaden-Kosten-Quote in der Schaden- und Unfallversicherung zeigt, das das Unternehmen es im Quartal mit nennenswerten Belastungen zu tun hatte. Der Wert von 94,6 Prozent lag deutlich über Vorjahr (92,6) und auch über den Prognosen (93,4). Je niedriger die Quote ausfällt, umso profitabler ist die entsprechende Versicherungs-Sparte. Größter Schadensfall dürfte im ersten Quartal Orkan "Niklas" gewesen sein, der Ende März nach Branchenangaben allein in Deutschland versicherte Schäden von 750 Millionen Euro angerichtet hat.

Aktionäre und Analysten angetan

Lob heimste Diekmann auf der Hauptversammlung vor rund 3.000 Aktionären nicht nur für seine Arbeit der vergangenen zwölf Jahre ein. Auch die Experten zeigten sich zufrieden mit dem Zahlenwerk. Philip Häßler von Equinet etwa stufte das Quartalsergebnis klar besser als erwartet ein. Auch Nick Holmes von der französischen Großbank Société Générale sprach von "starken" Eckdaten zum Quartal.

Hoffnungsschimmer bei Pimco

Auch eines der Sorgenkinder, der Fondsanbeiter und Vermögensverwalter Pimco scheint wieder auf Linie gebracht zu werden. Laut Diekmann scheint es, "dass wir die Auswirkungen des Führungswechsels hinter uns gelassen haben". Das Asset Management mit der Tochter Pimco verbuchte im Quartal einen Anstieg des verwalteten Vermögens von 1,31 auf 1,41 Billionen Euro. Laut Allianz ist dies in erster Linie auf Marktwertsteigerungen und Währungseffekte zurückzuführen. Nennenswerte Nettozuflüsse gab es nach den Milliardenabflüssen wegen des Abgangs von Gründer Bill Gross offenbar noch nicht.

Aktie kann auch mal fallen

Allianz-Papiere reagieren am Mittwoch mit Kurszuwächsen von über zwei Prozent auf 154,40 Euro. Der Titel hat sich in den vergangenen Monaten relativ konform zum Dax bewegt. Nach einem heftigen Anstieg seit Januar ging es nach dem Erreichen des Allzeithochs bei rund 170 Euro im April aber auch wieder eine Etage nach unten.

"Hat Spaß gemacht"

Für Diekmann ist die Bilanz aber auch in Sachen Aktienkursentwicklung durchaus zufriedenstellend. Er war an Bord gekommen als das Papier bei rund 63 Euro notierte. Auch das ein Grund für den Manager, zufrieden den Staffelstab zu übergeben: "Es war intensiv, aber es hat immer Spaß gemacht."

AB