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Jahresbilanz vorgelegt Allianz steuert auf neues Rekordergebnis zu

Stand: 21.02.2020, 13:12 Uhr

Gute Nachrichten für Allianz-Aktionäre: der Versicherer erhöht die Dividende und will für 1,5 Milliarden eigene Aktien kaufen. Und für das laufende Geschäftsjahr wird ein neues Rekordergebnis erwartet.

So soll das operative Ergebnis in diesem Jahr um 4,3 Prozent auf 12 Milliarden Euro steigen, "plus oder minus 500 Millionen Euro". Damit könnte sich die Ergebnisverbesserung weiter beschleunigen.

Im vergangenen Jahr kletterte das operative Ergebnis um drei Prozent auf 11,9 Milliarden Euro und landete damit in der oberen Hälfte des Zielkorridors für 2019. Das ist mehr als Analysten erwartet hatten, obwohl die Allianz ihre Schadenreserven in der Industrieversicherung um rund 600 Millionen Euro aufstocken musste.

Unter dem Strich verdiente der Versicherer 7,9 Milliarden Euro, 6,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Noch besser sieht es beim Ergebnis je Aktie aus: Es stieg um 8,4 Prozent auf einen Rekordwert von 18,90 Euro.

Gutes Geschäft mit Lebens- und Krankenversicherungen

Zum Wachstum des operativen Ergebnisses trug hauptsächlich das Geschäft mit Lebens- und Krankenversicherungen bei. Die Sparte verbesserte den operativen Gewinn um 500 Millionen auf 4,7 Milliarden Euro, obwohl die Marge im Neugeschäft mit 3,2 (3,6) Prozent unter Druck geriet. In Deutschland und Frankreich nahm die Allianz Gewinne mit und erwirtschaftete mehr mit den Kapitalanlagen. Dies ist auf eine höhere Marge aus den Kapitalanlagen, einem Einmalgewinn in den Vereinigten Staaten und ein Volumenwachstum zurückzuführen.

Auch in der Vermögensverwaltung lief es prächtig. Die Vermögensverwalter Pimco und Allianz Global Investors sammelten 76 Milliarden Euro frisches Kapital ein und kassierten angesichts steigender Kurse mehr Gebühren von den Anlegern. Insgesamt verwalten sie damit 2,27 Billionen Euro - so viel wie nie zuvor. Rückläufig war dagegen das Ergebnis in der Schaden- und Unfallversicherung.

Dividende steigt auf 9,60 Euro

Von dieser insgesamt erfreulichen Entwicklung sollen auch die Aktionäre profitieren. Sie erhalten in diesem Jahr eine um 60 Cent auf 9,60 Euro angehobene Dividende, etwas mehr als von Experten erwartet und die siebte Erhöhung in Folge.

Bereits am Vorabend hatte die Allianz außerdem ein weiteres Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,5 Milliarden Euro angekündigt. Das Kapitalpolster ist trotz der niedrigen Zinsen dick genug: Die Solvency-II-Quote lag Ende des vergangenen Jahres bei 212 (2018: 229) Prozent. "Dies zeigt die Widerstandsfähigkeit der Gruppe im heutigen negativen Zinsumfeld", sagte Finanzvorstand Giulio Terzariol. Der Umsatz - Versicherungsprämien und Fondsgebühren - wuchsen um knapp acht Prozent auf 142,4 Milliarden Euro.

Aktie dreht ins Plus

Die Anleger reagierten zunächst zurückhaltend. Nach anfänglichen Verluste drehte die Aktie aber rasch ins Plus. Dass die Allianz in der Industrieversicherung Verluste schreibt, ist nicht neu. "Wir haben ein bisschen Hausaufgaben zu erledigen", räumte Finanzvorstand Giulio Terzariol ein. Das sei aber nicht nur ein Problem von AGCS.

Alle Industrieversicherer litten darunter, dass die Schäden wachsen. "Geteiltes Leid ist halbes Leid." Auch die Talanx-Tochter HDI arbeitet an einer Sanierung des Geschäfts. Dennoch hat die Allianz im Herbst den AGCS-Chef ausgetauscht; der von Allianz Deutschland gekommene Joachim Müller soll die Sparte wieder auf Vordermann bringen. Seit Anfang des Jahres sind die Preise laut den Analysten von RBC um fast zehn Prozent gestiegen. "Das sollte hoffentlich einen Schlussstrich unter eine schwere Zeit für die Tochter und die Branche insgesamt setzen."

Der Analyst der US-Bank JPMorgan beließ die Einstufung für die Allianz-Aktie auf "Overweight" mit einem Kursziel von 240 Euro. Der Versicherer habe bei den Gewinnzahlen sowie mit dem Dividendenvorschlag und der Kapitalausstattung positiv überrascht, schrieb Analyst Ashik Musaddi. Das Schaden- und Unfallgeschäft aber habe enttäuscht.

lg